Cambridge – Bittere Pille für den Impfstoff-Giganten Moderna! Der US-Konzern ist mit seinem ersten mRNA-Impfstoff gegen die saisonale Grippe bei der mächtigen Arzneimittelbehörde FDA abgeblitzt. Die Behörde verweigerte die Überprüfung des Antrags mit der Begründung, es fehle an einer „angemessenen und gut kontrollierten“ Studie. Besonders brisant: Der neue Impfstoff sei lediglich mit einer zugelassenen Standard-Grippeschutzimpfung verglichen worden – das entspreche nicht dem „besten verfügbaren Behandlungsstandard“. Sicherheit und Wirksamkeit stellte die Behörde zwar nicht infrage, doch der formale Dämpfer trifft den Konzern ins Mark.
An der Börse folgte prompt das nächste Beben! Die Moderna-Aktie rauschte in den Keller, Anleger reagierten nervös auf die Blockade aus Washington. Vom einstigen Pandemie-Glanz ist kaum noch etwas übrig. Während der Corona-Hochphase galt das Papier als Goldgrube, jetzt kämpft der Konzern mit massivem Vertrauensverlust am Kapitalmarkt. Beobachter sprechen von einem historischen Absturz seit dem damaligen Höhenflug. Firmenchef Stéphane Bancel zeigte sich enttäuscht und kritisierte die Entscheidung als inkonsistent mit früheren Absprachen. Hinter den Kulissen wird zudem auf die veränderte US-Impfpolitik unter Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. verwiesen – ein politischer Kurswechsel, der die Branche unter Druck setzt.
Für Europa hat der Dämpfer vorerst keine direkten Folgen. Der Grippe-Impfstoff mit dem Namen mRNA-1010 wird weiterhin in der EU, in Kanada und Australien geprüft. Moderna ist hierzulande vor allem als scharfer Rivale von BioNTech bekannt, dem Mainzer Erfolgsunternehmen aus der Corona-Zeit. Laut Firmenangaben zeigte der neue Impfstoff in Studien eine deutlich höhere Wirksamkeit im Vergleich zu einem bereits zugelassenen Präparat des Konkurrenten GSK. Nun will Moderna das Gespräch mit der FDA suchen und das weitere Vorgehen klären. Eine mögliche Zulassung in Europa und anderen Regionen wird weiter angepeilt – doch der Weg dorthin ist plötzlich steiniger als gedacht.
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