Kinderärzte fordern mehr Geld für Impfstoffe in ärmeren Ländern

Eine Spritze wird gesetzt, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – In einem gemeinsamen Aufruf an Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) haben 270 Kinderärzte von der deutschen Regierung mehr Einsatz für das Impfen von Kindern in ärmeren Regionen gefordert. "In den vergangenen 30 Jahren wurde die Kindersterblichkeit weltweit halbiert. Einen großen Anteil daran haben Impfungen", heißt es in dem Schreiben, über das die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagsausgaben) berichten.

Die Ärzte fordern von der Bundesregierung in den kommenden fünf Jahren 700 Millionen Euro Etat für die Organisation Gavi, die sich weltweit für die Finanzierung von Impfstoffen für die ärmeren Länder einsetzt. Bisher sieht der Bundeshaushalt eine Beteiligung von 600 Millionen Euro an der Verbreitung von Impfstoffen in Staaten wie Afghanistan, Haiti, Mali, Nigeria, Pakistan, Südsudan und Tschad vor. Gerade die Coronavirus-Pandemie zeige, dass "Krankheiten keine Grenzen" kennen, so die Kinderärzte. Krankheiten müssten bekämpft werden, bevor "sie sich unkontrolliert ausbreiten" könnten. "Impfungen und funktionierende Gesundheitssysteme sind dafür maßgeblich, nicht nur in Deutschland, sondern überall auf der Welt." Mit den Impfungen wurden nach Angaben der Impfallianz Gavi in den vergangenen 20 Jahren rund 760 Millionen Kinder etwa gegen Masern, Polio, Gelbfieber, Lungenentzündungen und Cholera geschützt. Nach eigenen Angaben benötigt die Hilfsorganisation in den kommenden fünf Jahren 7,4 Milliarden US-Dollar, um die Impfungen auf dem Niveau der Vergangenheit fortzusetzen.

Foto: Eine Spritze wird gesetzt, über dts Nachrichtenagentur

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