Klimaforscher Edenhofer fordert Ende von GroKo-Streit über CO2-Steuer

 

Edenhofer: Entscheidend ist substanzieller Preis für Klimagas – PIK-Direktor für deutsch-französische Initiative

Osnabrück. Ottmar Edenhofer, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), fordert ein Ende des Koalitionsstreites über eine Klimagas-Steuer: „Entscheidend ist, dass CO2 rasch einen substanziellen Preis bekommt. Ob über Emissionshandel oder Steuern, ist dabei gar nicht so wichtig“, sagte der führende Klimaforscher der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Während die SPD eine CO2-Steuer einführen möchte, favorisieren CDU und CSU eine Ausweitung des EU-Emissionshandels auf den Verkehr- und Wärmesektor, um den Klimagasausstoß zu senken. Edenhofer warnte die Bundesregierung vor einer Blockade: „Wir sind in Europa Verpflichtungen für die Emissionsminderung eingegangen. Wenn wir nicht liefern, müssen wir zahlen, und zwar Milliarden“, sagte er der NOZ. Der PIK-Direktor mahnte eine gemeinsame Initiative von Berlin und Paris an. Deutschland könne in Europa gemeinsam mit Frankreich Verantwortung übernehmen „und eine in einem ersten Schritt wirkungsvolle Bepreisung von CO2 einführen, so wie das etwa Großbritannien und Schweden längst erfolgreich getan haben“, sagte der Forscher. Zwar bedeute das „natürlich im Endeffekt auch für ganz normale Haushalte Kosten“, so Edenhofer weiter. „Entscheidend wichtig ist daher, aus den Einnahmen der Bepreisung eine sozial gerechte Entlastung hinzukriegen, etwa durch Streichen der Stromsteuer.“

 

Neue Osnabrücker Zeitung