Dresden (dts Nachrichtenagentur) – Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) haben auf eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap reagiert, wonach 49 Prozent der Ostdeutschen ein Kooperationsverbot der CDU mit der AfD ablehnen. "Es gibt keine Koalition mit der AfD. Der Beschluss ist richtig", sagte Kretschmer den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagsausgaben). Der sächsische Ministerpräsident schränkte allerdings ein: "Sowohl mit den Wählern der AfD als auch mit gewählten Stadt- oder Gemeinderäten muss gesprochen werden. Auch wir müssen alles tun, um die weitere Polarisierung zu reduzieren."
Die AfD versuche, sich ständig als Märtyrer darzustellen. "Auf keinen Fall darf diese Strategie aufgehen", so Kretschmer weiter. "Für eine Zusammenarbeit mit der AfD stehe ich nicht zur Verfügung. Mit mir als Ministerpräsident wird es keine Koalition mit der AfD geben", sagte Haseloff. Er rief die CDU dazu auf, "die Wähler der AfD" zurückzugewinnen. "Wir müssen Themen, die die Menschen beschäftigen, aufgreifen und dann auch erfolgreich angehen", sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Laut dem "Deutschlandtrend" des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des "ARD Morgenmagazins" sind 49 Prozent in den ostdeutschen Bundesländern gegen das von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer ausgesprochene Kooperationsverbot, 46 Prozent sind dafür. Im Westen des Landes sind dagegen 68 Prozent der Befragten dafür, eine Zusammenarbeit von CDU und AfD grundsätzlich abzulehnen.

Kommentare
Ein Kommentar zu „Kretschmer und Haseloff lehnen Koalition mit AfD ab“
Zitat: Die AfD versuche, sich ständig als Märtyrer darzustellen. „Auf keinen Fall darf diese Strategie aufgehen“, so Kretschmer weiter.
Soso, Herr Kretschmer, darf ich Sie einmal mit den offiziellen Zahlen der Bundesregierung (kleine Anfrage der AfD) zu den Angriffen auf Politiker bekannt machen? (nur 1. Quartal 2019):
AfD 151
SPD 34
CDU 30
Grüne 29
Linke 18
Sonst. 8
Mit anderen Worten: Die AfD und ihre Vertreter werden öfter angegriffen als alle anderen Parteien zusammen! Dazu kommen noch die rechtswidrigen und antidemokratischen Verweigerungen parlamentarischer Abgeordnetenrechte durch Ihresgleichen, Herr Kretschmer. Solange CDUCSUSPDGRÜNEFDP sich einig darin sind, dass demokratische Gepflogenheiten ggü. der AfD nicht einzuhalten sind, weil sie ihre Macht und ihre Pfründe bedrohen, braucht die AfD keine eigene Märtyrer-Strategie. Sie wird ihnen von den o.g. Parteien frei Haus geliefert. Und wird deshalb auch „aufgehen“, weil sie der Realität entspricht.
Und Sie sagen, die AfD versuche sich als Opfer „zu stilisieren“? Sie sind die Opfer! Und zwar von Politikern Ihres Schlages. Ich hoffe, die Sachsen, Thüringer und Brandenburger schicken Euch deswegen per Wahlzettel in die Diaspora.