Luisa Neubauer: Hamburg hat Potenzial zur "Klimahauptstadt"

Luisa Neubauer, über dts Nachrichtenagentur

Hamburg (dts Nachrichtenagentur) – Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer, Mitgründerin der deutschen "Fridays-for-Future"-Bewegung, kann sich Hamburg als Hauptstadt für den Klimaschutz vorstellen. "Hamburg ist die größte Stadt in Europa, die keine Hauptstadt ist und hat das Potenzial eine Klimahauptstadt zu werden", sagte Neubauer der RTL/n-tv-Redaktion zum Streik vor den Hamburger Bürgerschaftswahlen. Hamburg könne "tatsächlich beweisen und vorleben, wie eine 1,5-Grad-Politik aussehen kann in einer Stadt, in einem urbanen Raum, wie Klimaschutz gerecht sein kann auch im städtischen. Das geht aber nur, wenn der politische Wille da ist und die politischen Mehrheiten dafür", so die Klimaaktivistin weiter.

Deswegen sei Hamburg auch "in der Instanz als Wahlereignis ganz schön groß eigentlich". Man wolle mit den Protesten zeigen, "dass man mit Klimaschutz-Politik Wahlen gewinnen und Mehrheiten mobilisieren kann. Und dass es im Jahr 2020 keine Wahl geben kann, bei der das Klima nicht ganz oben auf der Agenda steht", sagte Neubauer. Man sei dabei jedoch überparteilich. "Wir wollen, dass alle Parteien, demokratische Parteien insbesondere, die sich hier aufstellen und gewählt werden wollen, das Klima mitdenken. Das heißt, uns geht es darum, dass nachhaltig in Parteiprogrammatiken durch das Spektrum hinweg klimapolitische Ansätze verfestigt werden", so die Klimaaktivistin. Deswegen fange man auch schon zwei Monate vorher an, für diese Wahl zu mobilisieren. "Was wir machen können, ist den Druck dafür aufzubauen, damit das umgesetzt wird, den Kräften, die das jetzt schon wollen, den Rücken zu stärken und denen, die das verhindern wollen, zu zeigen, dass das nicht geht", so Neubauer. Auf die Frage, ob "Fridays for Future" nach den rassistisch motivierten Anschlägen von Hanau auch überlegt habe, seinen Streik abzusagen und wie sie persönlich zu den Ereignissen steht, antwortete sie: "Wie viele bin ich natürlich schockiert und entsetzt über so einen rassistischen Anschlag, der eben kein Einzelfall ist. Wir haben uns viele Gedanken gemacht, wie wir damit umgehen können, was würdig ist, was der Dramatik und der Drastik der Lage entspricht." Man werde beim Streik in Hamburg eine Schweigeminute haben und es würden Menschen aus Verbänden sprechen, wo einige der Opfer aktiv gewesen wären, "um auch zu zeigen, es geht hier auch um ein demokratisches und solidarisches Selbstbewusstsein und Weltbewusstsein". Man sehe über so einen "katastrophalen Anschlag nicht einfach hinweg", sagte Neubauer der RTL/n-tv-Redaktion.

Foto: Luisa Neubauer, über dts Nachrichtenagentur

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