MELONI-HAMMER IN ITALIEN! Giorgia knackt historischen Regierungs-Rekord – und lässt Europas Krisen-Kanzler hinter sich

Rom – Italien galt jahrzehntelang als politisches Sorgenkind Europas: Regierungen kamen, Regierungen gingen, Koalitionen zerbrachen, Ministerpräsidenten wechselten teilweise in atemberaubendem Tempo. Doch ausgerechnet Giorgia Meloni hat geschafft, was ihr bei ihrem Amtsantritt zahlreiche Gegner kaum zugetraut hatten. Die italienische Regierungschefin, die einst von Kritikern als politische Außenseiterin und sogar als „gefährlichste Frau Europas“ bezeichnet wurde, steht kurz vor einem historischen Rekord. Am 4. September wird ihre Regierung seit 1413 Tagen ohne Unterbrechung im Amt sein – länger als jedes andere einzelne Kabinett seit der Gründung der Italienischen Republik im Jahr 1946.

Als Giorgia Meloni im Jahr 2022 die Regierung übernahm, waren die Erwartungen vieler politischer Gegner denkbar düster. Manche Beobachter rechneten damit, dass ihre Koalition kaum ein halbes Jahr durchhalten würde. Italien hatte schließlich über Jahrzehnte den Ruf entwickelt, nahezu unregierbar zu sein. Koalitionen zerbrachen, Parteien wechselten ihre Bündnisse, Regierungschefs mussten zurücktreten und politische Krisen gehörten beinahe zum Alltag. Auch deshalb glaubten viele Kritiker, Meloni werde schnell in denselben politischen Strudel geraten wie zahlreiche ihrer Vorgänger.

Doch genau das Gegenteil geschah. Statt eines schnellen Zusammenbruchs etablierte sich Melonis Regierung als erstaunlich widerstandsfähig. Interne Konflikte innerhalb der Koalition führten bislang nicht zum Bruch, internationale Krisen konnten das Bündnis ebenfalls nicht sprengen und auch heftige politische Auseinandersetzungen mit europäischen Partnern änderten daran nichts.

Damit erreicht Meloni nun eine Marke, die in Italien politische Geschichte schreibt. Seit der Gründung der Republik im Jahr 1946 gab es zwar zahlreiche prominente und teilweise mehrfach amtierende Regierungschefs, doch kein einzelnes Kabinett blieb länger ohne Unterbrechung im Amt als Melonis derzeitige Regierung.

Natürlich gibt es dabei eine wichtige historische Einschränkung: Silvio Berlusconi bleibt weiterhin der italienische Politiker mit der längsten zusammengerechneten Regierungszeit. Der frühere Medienunternehmer und Regierungschef, der im Alter von 86 Jahren starb, führte Italien während mehrerer unterschiedlicher Amtszeiten insgesamt länger als neun Jahre. Der als „Il Cavaliere“, also „Der Ritter“, bekannte Berlusconi war über Jahrzehnte eine der dominierenden Figuren der italienischen Politik.

Doch Berlusconis Regierungszeit verteilte sich auf mehrere Kabinette. Genau hier liegt Melonis neuer Rekord. Kein einzelnes Berlusconi-Kabinett hielt ununterbrochen so lange durch wie Melonis aktuelle Regierung.

Der Unterschied ist politisch durchaus bemerkenswert. Italien hatte sich in den vergangenen Jahrzehnten geradezu an wechselnde Regierungen gewöhnt. Dass ein Kabinett über Jahre hinweg praktisch unverändert an der Macht bleibt, war für italienische Verhältnisse lange alles andere als selbstverständlich.

Melonis Aufstieg ist deshalb auch eine Geschichte politischer Fehleinschätzungen. Vor ihrem Amtsantritt betrachteten zahlreiche Kritiker sie mit großer Skepsis. Manche Beobachter befürchteten internationale Isolation, andere warnten vor einem politischen Rechtsruck Italiens und wieder andere sagten schwere Konflikte mit der Europäischen Union voraus.

Doch die befürchtete völlige Isolation blieb aus. Stattdessen entwickelte sich Meloni zu einer der wichtigsten politischen Figuren innerhalb Europas. Sie nimmt an zentralen europäischen Gipfeln teil, verhandelt mit Staats- und Regierungschefs und hat sich innerhalb weniger Jahre von einer politischen Außenseiterin zu einer Regierungschefin entwickelt, deren Positionen in Brüssel aufmerksam verfolgt werden.

Während andere große europäische Staaten mit häufigen Regierungswechseln und politischen Krisen kämpften, blieb Meloni im Amt. Allein während ihrer bisherigen Regierungszeit erlebte Frankreich fünf Premierminister. Großbritannien kam im gleichen Zeitraum auf vier Regierungschefs. Deutschland hatte während Melonis Amtszeit zwei Bundeskanzler.

Diese Zahlen machen deutlich, wie ungewöhnlich die italienische Entwicklung inzwischen geworden ist. Jahrzehntelang galt Italien als Paradebeispiel politischer Instabilität. Nun wirkt ausgerechnet Rom im Vergleich zu einigen anderen europäischen Hauptstädten erstaunlich stabil.

Besonders bemerkenswert ist der Vergleich mit Deutschland. Dort erscheinen italienische Regierungsrekorde zunächst beinahe bescheiden. Helmut Kohl regierte Deutschland insgesamt 16 Jahre lang. Angela Merkel, heute 72 Jahre alt und Mitglied der CDU, war ebenfalls 16 Jahre Bundeskanzlerin.

Gegen diese beiden politischen Langzeit-Regenten wirkt Melonis bisherige Amtsdauer vergleichsweise kurz. Doch innerhalb Italiens gelten völlig andere Maßstäbe. Gerade deshalb besitzt der bevorstehende Rekord eine so große symbolische Bedeutung.

Und auch im direkten Vergleich mit Olaf Scholz kann Meloni inzwischen punkten. Scholz war 1245 Tage Bundeskanzler. Wenn Meloni am 4. September die Marke von 1413 Tagen erreicht, wird sie damit deutlich länger ununterbrochen regiert haben als der frühere deutsche Kanzler.

Meloni und Scholz trafen sich unter anderem beim G7-Gipfel im Jahr 2024 in Italien. Damals waren beide noch Regierungschefs ihrer Länder. Inzwischen hat sich die politische Situation verändert – Meloni aber ist weiterhin da.

MELONI BLEIBT – WÄHREND ANDERE REGIERUNGEN WECHSELN

Ihre politische Stärke zeigt sich dabei nicht nur innerhalb Italiens. Auch international hat Meloni gelernt, ihre Rolle selbstbewusst auszuspielen. Selbst im Umgang mit Donald Trump, heute 80 Jahre alt, ließ sie sich bislang nicht dauerhaft aus dem politischen Gleichgewicht bringen.

Trump ist bekannt dafür, andere Staats- und Regierungschefs bei öffentlichen Auftritten mit überraschenden Aussagen oder demonstrativem Auftreten unter Druck zu setzen. Auch zwischen Trump und Meloni blieb das Verhältnis nicht völlig spannungsfrei. Zuletzt zeigten sich deutliche Risse.

Doch politisch blieb Meloni standfest. Anders als manche anderen Regierungschefs ließ sie sich bei öffentlichen Begegnungen nicht ohne Weiteres vorführen. Stattdessen reagierte sie teilweise mit bemerkenswerter Gelassenheit – und gelegentlich mit sichtbarer Ironie.

Gerade diese Auftritte haben ihr inzwischen auch im Internet eine ganz eigene Popularität verschafft.

VOM POLITISCHEN SCHRECKGESPENST ZUR INTERNET-KULTFIGUR

Denn Giorgia Meloni besitzt eine Eigenschaft, die bei politischen Spitzentreffen immer wieder für virale Momente sorgt: Ihre Gesichtszüge verraten regelmäßig deutlich, was sie offenbar gerade von einer Situation hält.

Genervte Blicke, überraschtes Augenrollen oder ein gequältes Lächeln während eines langen Gipfels reichen inzwischen aus, um innerhalb kürzester Zeit in sozialen Netzwerken verbreitet zu werden.

Ihre spontane Mimik hat dadurch fast Kultstatus erreicht.

Besonders eine Begegnung mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sorgte für enorme Aufmerksamkeit. Macron ist mittlerweile 48 Jahre alt. Bilder und Videoausschnitte ihrer Begegnung verbreiteten sich millionenfach im Internet. Nutzer kommentierten Melonis Gesichtsausdruck, erstellten Memes und machten aus einer politischen Begegnung plötzlich ein weltweites Internet-Thema.

Auch beim G7-Gipfel kam es zu einer Szene, die hervorragend in dieses Bild passte. Als Donald Trump bei einem Termin ein Dokument beziehungsweise einen Vertrag fallen ließ, reagierte Meloni mit einem deutlich sichtbaren Augenrollen. Ein kurzer Moment – aber einer, der perfekt in die inzwischen bekannte Meloni-Meme-Kultur passte.

ITALIENISCHE POLITIK WAR JAHRZEHNTELANG EIN SCHLEUDERSITZ

Wer verstehen will, weshalb Melonis Regierungsdauer in Italien derart außergewöhnlich ist, muss einen Blick auf die politische Geschichte des Landes werfen. Seit der Gründung der Republik wechselten sich Regierungen teilweise in rascher Folge ab. Bündnisse zerbrachen, Parteien spalteten sich und Regierungschefs verloren Mehrheiten.

Italien entwickelte sich deshalb den Ruf eines Landes, in dem politische Stabilität beinahe die Ausnahme darstellt. Ministerpräsidenten konnten zwar immer wieder an die Macht zurückkehren, mussten dazwischen aber regelmäßig zurücktreten.

Das prominenteste Beispiel war Berlusconi. Er dominierte die italienische Politik über viele Jahre hinweg und kehrte mehrfach an die Regierungsspitze zurück. Zusammengerechnet erreichte er dadurch eine Regierungszeit von mehr als neun Jahren.

Doch seine unterschiedlichen Kabinette wurden immer wieder unterbrochen.

Melonis Leistung besteht dagegen darin, ein einzelnes Regierungsbündnis über einen außergewöhnlich langen Zeitraum zusammenzuhalten.

Genau das hatten ihr viele Kritiker nicht zugetraut.

DIE PROPHEZEITE KATASTROPHE BLIEB BISLANG AUS

Vor Melonis Amtsantritt überschlugen sich europaweit Warnungen. Manche Beobachter erwarteten einen schweren Konflikt zwischen Rom und Brüssel. Andere hielten ihre Regierungskoalition für zu zerstritten, um dauerhaft bestehen zu können.

Wieder andere sagten Italien schwere wirtschaftliche oder diplomatische Turbulenzen voraus.

Doch das prognostizierte schnelle politische Chaos blieb bislang aus.

Natürlich gibt es weiterhin Streitfragen. Melonis Regierung ist innerhalb Italiens heftig umstritten, ihre Positionen sorgen regelmäßig für Proteste und politische Auseinandersetzungen. Auch innerhalb Europas gibt es Differenzen.

Trotzdem gelang es der Regierung bislang, ihre parlamentarische Basis zu bewahren.

Italien galt jahrzehntelang als Synonym für politische Wechsel, zerbrechende Koalitionen und ständig neue Regierungen. Genau deshalb besitzt Melonis lange Amtszeit eine Wirkung, die außerhalb Italiens leicht unterschätzt wird. Nicht jede ihrer politischen Entscheidungen ist unumstritten, nicht jede Auseinandersetzung verlief geräuschlos und nicht jeder europäische Partner teilt ihre Positionen. Doch während andernorts Regierungen wechselten und Koalitionen zerbrachen, hielt das Bündnis in Rom.

Der vielleicht größte politische Erfolg Melonis besteht deshalb weniger in einer einzelnen Reform als in der Tatsache, dass ihre Regierung überhaupt so lange bestehen konnte. Die einstige Außenseiterin hat sich an der europäischen Spitze etabliert und gehört inzwischen selbstverständlich zu den Regierungschefs, mit denen in Brüssel, Washington und anderen Hauptstädten gerechnet wird. Ihre internationale Rolle hat sich dadurch grundlegend verändert.

Und genau darin steckt die eigentliche Überraschung dieser politischen Geschichte. Meloni trat nicht mit dem Versprechen an, Italien völlig neu zu erfinden. Ihr wichtigstes Ziel war viel grundlegender: Eine Regierung sollte endlich einmal nicht nach kurzer Zeit auseinanderbrechen. Ausgerechnet in einem Land, in dem politische Dauerkrisen jahrzehntelang fast zum System gehörten, ist dieses scheinbar einfache Ziel zu einer historischen Leistung geworden.

AM 4. SEPTEMBER FÄLLT DIE HISTORISCHE MARKE

Der entscheidende Tag ist nun der 4. September. Dann erreicht Melonis Regierung eine ununterbrochene Amtsdauer von 1413 Tagen.

Damit übertrifft ihr Kabinett sämtliche einzelnen Regierungen seit Entstehung der Italienischen Republik im Jahr 1946.

Für Meloni ist diese Marke mehr als nur eine statistische Besonderheit. Sie liefert ihr ein starkes politisches Argument gegenüber jenen Gegnern, die ihr 2022 kaum Chancen auf eine längere Regierungszeit eingeräumt hatten.

Denn viele hatten damals nicht gefragt, ob Meloni mehrere Jahre regieren würde.

Die Frage lautete vielmehr: Wie schnell zerbricht ihre Regierung?

Manche gaben ihr lediglich ein halbes Jahr.

Heute ist klar: Diese Prognosen lagen weit daneben.

Die damals 2022 gestartete Regierung steht auch Jahre später noch.

FÜNF PREMIERMINISTER IN FRANKREICH – VIER REGIERUNGSCHEFS IN GROSSBRITANNIEN

Noch beeindruckender wirkt Melonis Stabilität beim Blick auf Europas andere große Staaten.

Während ihrer Amtszeit wechselte Frankreich fünfmal den Premierminister.

Großbritannien hatte in diesem Zeitraum vier Regierungschefs.

Deutschland wurde von zwei unterschiedlichen Bundeskanzlern geführt.

In Rom dagegen blieb die Regierungschefin dieselbe.

Gerade dieser Vergleich zeigt, wie sehr sich Europas politische Wahrnehmung verschoben hat. Früher blickten Regierungen in Berlin, Paris oder London gelegentlich mit Kopfschütteln auf die häufigen Wechsel in Italien.

Heute könnte Rom den Spieß umdrehen.

DER BERLUSCONI-REKORD BLEIBT VORERST UNEINHOLBAR

Trotz aller Rekordmeldungen darf allerdings nicht der Eindruck entstehen, Meloni sei bereits Italiens am längsten regierende Persönlichkeit überhaupt.

Dieser Titel bleibt Silvio Berlusconi vorbehalten.

Über mehrere Amtszeiten verteilt führte er Italien insgesamt länger als neun Jahre.

Diesen Wert könnte Meloni nur übertreffen, wenn sie noch viele weitere Jahre Regierungschefin bliebe.

Doch darum geht es bei ihrem aktuellen Rekord nicht.

Entscheidend ist die ununterbrochene Lebensdauer eines einzelnen Kabinetts.

Und dort liegt Meloni nun vorne.

AUS DER AUSSENSEITERIN WURDE EINE MACHTFIGUR

Auch Melonis persönliche Entwicklung ist bemerkenswert.

Noch vor wenigen Jahren wurde sie international vielfach als Randfigur wahrgenommen. Ihre Partei und ihre politischen Positionen wurden außerhalb Italiens teilweise mit großer Sorge betrachtet.

Inzwischen sitzt sie regelmäßig mit den mächtigsten Staats- und Regierungschefs der Welt an einem Tisch.

Sie verhandelt mit EU-Spitzenpolitikern, nimmt an internationalen Gipfeln teil und spielt bei europäischen Debatten über Migration, Verteidigung, Wirtschaft und internationale Konflikte eine wichtige Rolle.

Aus der politischen Außenseiterin ist eine etablierte Regierungschefin geworden.

Und dabei half ihr vermutlich ausgerechnet jene Eigenschaft, die italienischen Regierungen so häufig fehlte: Durchhaltevermögen.

MELONIS EIGENTLICHER TRIUMPH: EINFACH NICHT ZERBRECHEN

Die Geschichte ihrer Regierung ist damit auch eine politische Ironie.

Ausgerechnet Italien – jahrzehntelang berüchtigt für kurzlebige Kabinette – stellt plötzlich eine der stabileren Regierungen unter Europas großen Staaten.

Und ausgerechnet Giorgia Meloni, deren Regierung manche Kritiker schon kurz nach ihrem Amtsantritt scheitern sahen, nähert sich einem historischen Rekord.

Am 4. September sind es 1413 Tage.

Seit 1946 hielt kein einzelnes italienisches Kabinett länger.

Silvio Berlusconi bleibt mit insgesamt mehr als neun Regierungsjahren zwar weiterhin Italiens großer Langzeit-Regent.

Helmut Kohl und Angela Merkel bleiben mit jeweils 16 Jahren Regierungszeit für deutsche Verhältnisse ohnehin in einer völlig anderen Liga.

Doch Meloni hat bereits Olaf Scholz mit dessen 1245 Tagen Amtszeit hinter sich gelassen und erlebt während ihrer Regierungszeit einen politischen Wechsel nach dem anderen in anderen europäischen Staaten.

Das Überraschendste daran: Melonis Projekt bestand offenbar nie darin, Italien mit einer einzigen großen politischen Revolution auf den Kopf zu stellen.

Die historische Herausforderung war viel simpler – und in Italien möglicherweise sogar schwieriger:

Eine Regierung bilden. Sie zusammenhalten. Und einfach einmal durchregieren.

Genau das ist Giorgia Meloni bislang gelungen.

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