Merz befürchtet Insolvenz-Welle im Herbst

Friedrich Merz, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der frühere Unionsfraktionschef und Bewerber um den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, sieht die Gefahr einer Welle von Firmenpleiten im kommenden Herbst. Die Welle sei im Grunde schon da, sagte Merz der "Bild" (Samstagausgabe). "Viele Unternehmen sind heute schon am Rande der Zahlungsunfähigkeit. Nur durch die längeren Antragsfristen wird sich die volle Wucht der Welle in den Herbst hinein verlagern."

Man sehe steigende Arbeitslosigkeit und zugleich zurückgehende Kurzarbeiterzahlen. "Das ist ein sehr gemischtes Bild mit vielen Unsicherheiten. Ich rate deshalb dazu, Ausmaß, Dauer und Tiefe dieser Krise nicht zu unterschätzen." Wenn es besser komme, als befürchtet, umso besser. Im Zuge der Insolvenzen könnten auch Banken erneut in Schieflage geraten, sagte Merz. "Die Banken sind im Augenblick stabil, aber auch das muss nicht so bleiben." Grundsätzlich seien Corona und die Euro-Krise jedoch nicht vergleichbar, sagte er. "Anders als in der Bankenkrise haben wir es heute weltweit mit einem kombinierten Angebots- und Nachfrageschock zu tun. Deshalb musste auch das Paket der EU größer sein." Ob die Rechnung am Ende aufgehe, könne heute noch niemand sagen. "Aus meiner Sicht hat Europa zum jetzigen Zeitpunkt das Richtige getan." Er wolle weiterhin auf dem Stuttgarter CDU-Bundesparteitag im Dezember für den Parteivorsitz kandidieren. "Ich habe sehr große Unterstützung in der Partei und stelle mich erneut zur Wahl, weil ich überzeugt bin, dass es gelingen kann." Über mögliche Veränderungen im Feld der bislang bekannten Mitbewerber wollte Merz nicht sprechen. "Ich beteilige mich an solchen Spekulationen nicht. Wir haben drei Kandidaten, einer davon heißt Friedrich Merz und der bereitet seine Kandidatur für den Parteitag in Stuttgart sehr konzentriert vor." Dabei sei er durchaus optimistisch, sagte Merz. "Ich liege in den Umfragen zum Parteivorsitz deutlich vorn und bin unverändert der Überzeugung, dass ich an der Basis der CDU eine klare Mehrheit habe." Nicht äußern wollte sich Merz zu Fragen nach der Findung des Kanzlerkandidaten von CDU/CSU. Für die ebenfalls auf dem Parteitag zur Abstimmung stehende Frauenquote in den CDU-Gliederungen brachte Merz ein neues Modell ins Gespräch: "Vielleicht gelingt es uns, eine bessere Repräsentanz der Frauen in der Partei insgesamt zu schaffen als eine angeordnete Quote von oben. Wir sollten deshalb den Orts- und Kreisverbänden Anreize bieten, mehr Frauen als Parteimitglieder zu gewinnen." Zu den möglichen Details äußerte er sich nicht, berichtet die Zeitung.

Foto: Friedrich Merz, über dts Nachrichtenagentur

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