Ost-Ausschuss für Maßnahmen gegen Nord-Stream 2-Sanktionsdrohungen

Bau von Nord Stream 2, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Osteuropaverein der Deutschen Wirtschaft (OAOEV), kurz Ost-Ausschuss, dringt im Zuge der verschärften Sanktionsdrohungen der USA zum umstrittenen Ostsee-Gaspipeline-Projekt Nord Stream 2 auf Gegenmaßnahmen. "Bisher haben wir immer vor harten Gegenmaßnahmen in Richtung USA gewarnt, weil wir in keine Sanktionsspirale hineinkommen wollen. Nun sehen wir das etwas anders", sagte OAOEV-Geschäftsführer Michael Harms den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben).

Der Außenwirtschaftsverband arbeite an konkreten Vorschlägen. "Diese können von klaren diplomatischen Äußerungen über Entschädigungen hiesiger Firmen bis hin zu defensiven Gegensanktionen reichen", sagte Harms. Er warnte davor, dass die US-Regierung die Konten beteiligter Firmen sperren und die Sanktionen auch auf die finanzierenden Banken ausweiten könnte. Zwar sei man an diesem Punkt noch nicht angekommen, "aber die US-Botschaft in Berlin drängt einige Firmen bereits mit konkreten Terminvorgaben zu Gesprächen", sagte Harms, der dieses Vorgehen als "befremdlich" bewertete. Der OAOEV-Geschäftsführer warnte davor, dass die angedrohten US-Sanktionen zu einem "gefährlichen Präzedenzfall" werden könnten. "Die EU muss wirksam dagegenhalten. Man muss vermeiden, dass andere Staaten auf ähnliche Ideen kommen", forderte er.

Foto: Bau von Nord Stream 2, über dts Nachrichtenagentur

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