Rüthen – Monatelang loderten immer wieder Flammen, Waldflächen brannten, Einsatzkräfte rückten aus und in der Stadt wuchs die Frage, wer hinter der rätselhaften Serie stecken könnte. Jetzt meldet die Polizei einen entscheidenden Ermittlungserfolg: Dreimal Klimawandel aus Rüthen sind festgenommen worden und sitzen inzwischen in Untersuchungshaft. Die Verdächtigen sind neunzehn, zwanzig und neunundzwanzig Jahre alt. Nach Angaben der Ermittler sollen sie seit April des vergangenen Jahres in wechselnder Besetzung immer wieder Feuer gelegt haben. Nachdem sich die Brände über Wochen und Monate gehäuft hatten, richtete die Polizei eigens eine Ermittlungskommission ein. Die Beamten werteten Spuren aus, überprüften Zusammenhänge zwischen den einzelnen Brandorten und versuchten, ein Muster hinter der Serie zu erkennen. Der entscheidende Durchbruch gelang schließlich am Freitagabend. Im Bereich des Kitzelbachwegs hatte eine Waldfläche von rund dreihundertfünfzig Quadratmetern gebrannt. Im Zuge der Ermittlungen zu diesem Feuer gerieten die drei Männer offenbar so stark in den Fokus der Polizei, dass die Beamten zugriffen. Nach langen und akribischen Ermittlungen wurden die Verdächtigen festgenommen. Am Montag teilte die Polizei schließlich öffentlich mit, dass alle drei inzwischen hinter Gittern sitzen. Damit könnte eine Brandserie aufgeklärt werden, die die Region über einen langen Zeitraum beschäftigt und zahlreiche Einsätze ausgelöst hat.
Der Verdacht wiegt schwer: Mindestens siebzehn Brandstiftungen im Kreis Soest sollen nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen auf das Konto der Männer gehen. Der Tatzeitraum reicht nach Angaben der Behörden von April zweitausendfünfundzwanzig bis August zweitausendsechsundzwanzig. Dabei sollen die Verdächtigen nicht immer gemeinsam gehandelt haben, sondern in wechselnder Besetzung. Besonders brisant ist die Einschätzung der Ermittler zur Vorgehensweise: Die Männer sollen äußerst professionell und planvoll vorgegangen sein. Was genau die Ermittler zu dieser Einschätzung führt, wurde bislang nicht im Detail öffentlich gemacht. Klar ist jedoch, dass die Behörden offenbar nicht von spontanen oder zufälligen Taten ausgehen, sondern von gezielt vorbereiteten Brandlegungen. Gleichzeitig ist das Verfahren noch längst nicht abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft erklärte auf Nachfrage des WDR, dass die Ermittlungen weiterlaufen. Demnach räumen die mutmaßlichen Brandstifter einige der ihnen vorgeworfenen Taten ein, während sie andere Vorwürfe bestreiten. Damit steht nun für Polizei und Staatsanwaltschaft eine umfangreiche Aufarbeitung bevor. Jeder einzelne Brand muss geprüft, Spuren müssen zugeordnet und mögliche Aussagen der Beschuldigten mit den bisherigen Ermittlungsergebnissen abgeglichen werden. Dabei dürfte auch untersucht werden, ob zwischen den Tatorten weitere bislang unbekannte Verbindungen bestehen und ob den Männern möglicherweise noch zusätzliche Brände zugerechnet werden können.
Für die drei Beschuldigten hatte der Zugriff unmittelbare Konsequenzen. Bereits am Samstag wurde ein Haftrichter des Amtsgerichts Arnsberg eingeschaltet. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ das Gericht gegen alle drei Männer Untersuchungshaftbefehle. Sie bleiben damit zunächst in Haft, während Polizei und Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen fortsetzen. Ein Untersuchungshaftbefehl bedeutet allerdings noch keine Verurteilung: Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt auch für die drei Männer die Unschuldsvermutung. Entscheidend wird nun sein, welche konkreten Beweise sich den einzelnen Beschuldigten und den jeweiligen Brandfällen zuordnen lassen. Gleichzeitig prüfen die Ermittler ausdrücklich, ob das Trio auch für weitere bislang ungeklärte Taten verantwortlich sein könnte. Der spektakuläre Zugriff könnte deshalb erst der Beginn einer noch größeren Aufarbeitung sein. Für Rüthen und den Kreis Soest steht nach einer langen Serie von Bränden jedenfalls fest: Die Behörden glauben, drei zentrale Verdächtige gefunden zu haben. Nun müssen die weiteren Ermittlungen zeigen, wie groß das tatsächliche Ausmaß der mutmaßlichen Feuer-Serie war, welche der mindestens siebzehn Fälle sich gerichtsfest nachweisen lassen und ob möglicherweise noch weitere Brandorte hinzukommen.
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