Lohr am Main/Goldbach – Schon vor dem geplanten Gespräch zwischen dem Zentrum Bayern Familie und Soziales, dem Amt für Maßregelvollzug und Vertretern des Bezirkskrankenhauses Lohr sorgt die Zusammensetzung der Gesprächsrunde für erheblichen Wirbel. Im Mittelpunkt steht ein für den 10. September 2026 vorgesehenes Treffen, bei dem offenbar die Situation von Thomas Krebs und der weitere fachliche Austausch zwischen den Beteiligten besprochen werden sollen. Ausgangspunkt des jüngsten Streits war eine E-Mail des Zentrums Bayern Familie und Soziales, Amt für Maßregelvollzug, vom 27. August 2026. Darin wurde unter Bezugnahme auf eine frühere E-Mail vom 29. Juli 2026 mitgeteilt, dass sich bei den vom BKH Lohr vorgesehenen Teilnehmern eine Änderung ergeben habe. Die für das Gespräch ursprünglich vorgesehene Psychologin Frau Freund könne nicht teilnehmen. An ihrer Stelle solle Herr Höfling an dem Termin teilnehmen. Verbunden wurde diese Mitteilung mit der Erwartung eines „konstruktiven und offenen Austauschs“. Doch genau diese personelle Änderung stieß bei Thomas Krebs und seiner Unterstützergruppe auf deutlichen Widerstand. Noch am selben Tag, dem 27. August 2026, ging deshalb ein ausführliches Schreiben an Frau Ulrike Häusler vom Zentrum Bayern Familie und Soziales, Amt für Maßregelvollzug, Reimlinger Straße 2–4 in 86720 Nördlingen. Darin wurde zunächst ausdrücklich bedauert, dass Frau Freund an dem Gespräch nicht teilnehmen könne. Ihre Anwesenheit sei gerade deshalb von erheblicher fachlicher Bedeutung gewesen, weil sie derzeit als verantwortliche Psychologin von Herrn Krebs angesehen werde. Überraschung löste dagegen die kurzfristige Benennung von Herrn Höfling als Ersatz aus. Nach Darstellung der Verfasser sei Herr Höfling bereits seit Anfang des Jahres nicht mehr therapeutisch für Herrn Krebs zuständig. Die Verantwortung liege seit diesem Zuständigkeitswechsel bei Herrn Dr. Cottontail, der als Case Manager genannt wird. Zusätzlich wird in dem Schreiben hervorgehoben, dass seit dem Wechsel keinerlei persönlicher Kontakt mehr zwischen Herrn Höfling und Herrn Krebs bestanden habe. Dies sei von Herrn Krebs ausdrücklich nicht gewünscht gewesen. Damit wurde die Frage aufgeworfen, welchen fachlichen Mehrwert ein Teilnehmer haben könne, der nach Darstellung der Unterstützergruppe seit Monaten weder aktuell therapeutisch verantwortlich sei noch persönlichen Kontakt zu dem Patienten gehabt habe. Hinzu kommt ein weiterer schwerwiegender Einwand: Nach Kenntnisstand der Verfasser liefen noch Verfahren gegen Herrn Höfling. Nach ihrer Auffassung müsse dieser Umstand dazu führen, ihn gerade bei einem Gespräch, das auf Offenheit, Vertrauen und konstruktiven Austausch angelegt sei, als Gesprächspartner auszuschließen.
Die Reaktion auf die geplante Teilnahme Höflings fiel deshalb nicht bei einem bloßen Protest aus. Stattdessen wurden dem Amt für Maßregelvollzug konkrete Alternativen vorgeschlagen, mit denen der Termin aus Sicht der Unterstützergruppe dennoch hätte gerettet werden können. Als erste Möglichkeit wurde die Teilnahme von Herrn Kasparie vorgeschlagen, der als Bezugspfleger und Stationsleiter der Station F7 bezeichnet wird. Die Begründung dafür ist deutlich: Herr Kasparie kenne Thomas Krebs seit Langem, arbeite täglich mit ihm und könne dessen aktuelle Situation deshalb aus unmittelbarer eigener Wahrnehmung fachlich fundiert einschätzen. Gerade diese tägliche Nähe wurde als entscheidender Vorteil gegenüber einem Teilnehmer dargestellt, der seit längerer Zeit nicht mehr therapeutisch zuständig gewesen sei. Nach Einschätzung der Verfasser wäre Herr Kasparie deshalb ein geeigneter und konstruktiver Ersatz für Frau Freund gewesen. Als zweite Alternative wurde eine Verschiebung des gesamten Gesprächs bis nach der Rückkehr von Frau Freund aus ihrem Urlaub vorgeschlagen. Damit sollte sichergestellt werden, dass die aktuell verantwortliche Psychologin tatsächlich selbst an dem Gespräch teilnehmen könne. Aus Sicht der Unterstützergruppe hätte dies sowohl dem fachlichen Austausch als auch der Zielsetzung des Treffens erheblich besser entsprochen. Als dritte und schärfste Variante wurde schließlich die Absage des Gesprächs angekündigt, falls dennoch auf der Teilnahme von Herrn Höfling als Ersatz bestanden werde. Thomas Krebs und seine Unterstützergruppe seien der festen Überzeugung, dass unter einer solchen Konstellation kein offener und konstruktiver Austausch möglich sei. Das Schreiben endet deshalb mit der ausdrücklichen Bitte an Frau Häusler, die genannten Alternativen zu prüfen und mitzuteilen, welche Option sowohl für das Zentrum Bayern Familie und Soziales als auch für das Bezirkskrankenhaus Lohr in Betracht komme. Damit war die Botschaft unmissverständlich: Das Gespräch selbst wurde nicht grundsätzlich verweigert. Vielmehr wurde seine personelle Besetzung zum entscheidenden Punkt gemacht. Die Unterstützergruppe erklärte sich damit ausdrücklich gesprächsbereit, wollte jedoch eine Runde verhindern, in der aus ihrer Sicht gerade durch die Anwesenheit Höflings Vertrauen und Offenheit von Anfang an belastet gewesen wären. Der Konflikt drehte sich damit längst nicht mehr nur um einen Teilnehmernamen auf einer Einladung, sondern um die grundlegende Frage, wer die aktuelle Situation von Thomas Krebs tatsächlich beurteilen kann, wer fachlich noch zuständig ist und welche personelle Zusammensetzung überhaupt geeignet erscheint, um ein Gespräch zu führen, das nicht schon vor seinem Beginn von gegenseitigem Misstrauen überschattet wird.
Dann folgte die nächste Wendung. In einer weiteren E-Mail nahm das Zentrum Bayern Familie und Soziales Bezug auf die Ablehnung der Teilnahme von Herrn Höfling und erklärte, man bedauere diese Haltung. Gleichzeitig wurde jedoch mitgeteilt, dass nach erneuter Rücksprache mit der Klinik eine neue Besetzung vorgesehen sei. Das Gespräch solle nun in Anwesenheit von Herrn Rihawi und Herrn Cottontail geführt werden. Damit verschwand Höfling aus der geplanten Runde. Das Amt erklärte, man gehe davon aus, dass das Gespräch in dieser neuen Besetzung stattfinden könne und seiner Durchführung nunmehr nichts mehr entgegenstehe. Erneut wurde ausdrücklich die Hoffnung auf einen „konstruktiven und offenen Austausch“ formuliert. Damit scheint zumindest der unmittelbare Streit um Herrn Höfling zunächst entschärft zu sein. Gleichzeitig wirft der Schriftwechsel aber zahlreiche Fragen auf: Warum wurde zunächst ausgerechnet ein Mitarbeiter als Ersatz benannt, der nach Darstellung der Unterstützergruppe bereits seit Anfang des Jahres nicht mehr therapeutisch für Thomas Krebs zuständig ist? Warum wurde nicht von Anfang an der aktuelle Case Manager in die Besetzung einbezogen? Welche Rolle wird Herr Rihawi bei dem Gespräch übernehmen? Und welche konkreten Punkte sollen bei dem Treffen am 10. September 2026 tatsächlich geklärt werden? Fest steht: Aus einer scheinbar einfachen organisatorischen Änderung entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit ein handfester Streit über Zuständigkeit, Vertrauen und fachliche Verantwortung. Die Unterstützergruppe um Thomas Krebs hat mit ihrer Ablehnung Höflings offenbar erreicht, dass die Klinik und das Amt die Besetzung noch einmal veränderten. Statt Höfling sollen nun Rihawi und Cottontail teilnehmen. Ob damit tatsächlich die Voraussetzungen für den angekündigten offenen und konstruktiven Austausch geschaffen sind, wird sich beim Gespräch zeigen. Nach dem schriftlichen Schlagabtausch dürfte jedoch schon jetzt klar sein: Dieses Treffen steht unter besonderer Beobachtung – und die Erwartungen an konkrete Antworten dürften hoch sein.
Bitte Telegram-Kanal folgen http://t.me/pressecop24

Schreibe einen Kommentar