Plagiatsbombe um TV-General: Fällt jetzt der Star-Experte Masala?

Der Absturz eines der bekanntesten Militärexperten des Landes beginnt mit ein paar Sätzen in einem sozialen Netzwerk – und endet in einem Flächenbrand für seine wissenschaftliche Glaubwürdigkeit. Carlo Masala, sonst als souveräner Analytiker von Kriegen und Krisen in Studios und Leitartikeln hofiert, steht plötzlich selbst unter Beschuss. Ausgerechnet seine akademische Basis, die Doktorarbeit, auf die Karriere und Reputation gebaut sind, gerät ins Zentrum schwerer Vorwürfe. Der Mann, der regelmäßig über Moral, Macht und Verantwortung in der internationalen Politik spricht, sieht sich nun mit der Frage konfrontiert, ob er selbst beim wichtigsten Dokument seines Berufslebens unsauber gearbeitet, abgeschrieben und Quellen fremder Autoren als seine eigenen Gedanken ausgegeben hat. Plötzlich steht im Raum, ob hier nicht nur ein Experte, sondern ein Hochstapler mit Professorentitel unterwegs ist.

Der österreichische Kommunikationswissenschaftler Stefan Weber, seit Jahren als „Plagiatsjäger“ bekannt und gefürchtet, präsentiert in der Öffentlichkeit konkrete Textstellen, in denen Masalas Dissertation sich verdächtig eng an eine andere Promotionsschrift anlehnen soll – sprachlich, strukturell, inhaltlich. Von „peinlich und stümperhaft“ ist die Rede, von einem weiteren Fall in einer langen Reihe angeblich geschönter oder abgeschriebener Arbeiten, die es bis in Spitzenpositionen geschafft haben. Was für Masala zur Nebensache eines längst vergangenen Uni-Lebens wirken mag, ist in Wahrheit Sprengstoff: Wenn ausgerechnet ein Professor an einer Bundeswehr-Universität, der Offiziere und Entscheidungsträger ausbildet, bei seiner eigenen Qualifikation getrickst haben sollte, kratzt das am Fundament des Vertrauens in wissenschaftliche Eliten. Jeder Fernsehauftritt, jede Expertise, jedes sicher vorgetragene Urteil wirkt im Rückblick wie ein möglicher Bluff, wenn die Grundlage wankt.

Noch schwerer wiegt, dass der Fall sich nahtlos in eine Serie von Plagiatsaffären einfügt, in denen Politiker, Spitzenbeamte und Professoren reihenweise über Textklau gestolpert sind. Für viele Beobachter ist der Verdacht gegen Masala deshalb kein Einzelfall, sondern Symptom eines akademischen Systems, das Titel, Karriere und Sichtbarkeit höher bewertet als saubere Arbeit. Während Universitäten oft schleppend oder gar nicht reagieren, steht im Raum, dass wieder einmal nur öffentlicher Druck entscheidet, ob ernsthaft geprüft wird oder alles in Gremien und Gutachten versickert. Sollte sich der Vorwurf bewahrheiten, fällt nicht nur ein prominenter Militärexperte – es wäre ein weiterer Beweis dafür, dass jene, die über Wahrheit, Fakten und Verantwortung im öffentlichen Raum belehren, selbst nicht davor gefeit sind, genau diese Prinzipien im eigenen Lebenslauf verraten zu haben.


Entdecke mehr von Pressecop24.com

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.