Solingen – Im Hochsicherheitsgerichtssaal herrscht gespannte Stille, als der Angeklagte den Raum betritt. Kühl, regungslos, ohne Blickkontakt. Seit Dienstag steht der 32-jährige Syrer Fadi A.* wegen eines unfassbaren Verbrechens vor Gericht: Dem brutalen Dreifach-Mord an seiner deutschen Lebensgefährtin (29) und deren zwei kleinen Kindern (3 und 6 Jahre alt) im August des vergangenen Jahres.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, seine Familie „heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen“ mit einem Küchenmesser regelrecht abgeschlachtet zu haben – in einer blutigen Tatnacht, die selbst erfahrene Ermittler an ihre Grenzen brachte.
Jetzt offenbart ein psychiatrisches Gutachten schockierende Details über den geistigen Zustand des Angeklagten:
„Er ist vollkommen empathielos, radikalisiert, und weist eine klare Faszination für Gewalt auf“, so Gutachter Dr. Matthias R., der den Mann über Monate hinweg begutachtet hat.
Der Syrer sei voll schuldfähig, betont der Experte – es gebe keinerlei Anzeichen für eine psychische Erkrankung. Vielmehr liege eine „massive narzisstische Störung mit gewaltverherrlichenden Fantasien“ vor.
Tat aus verletztem Machtgefühl?
Laut Anklage sei der Auslöser der grausamen Tat eine bevorstehende Trennung gewesen. Die junge Frau hatte dem Angeklagten gedroht, ihn zu verlassen – und ihm mitgeteilt, dass sie mit den Kindern zu ihrer Mutter ziehen wolle. Daraufhin habe Fadi A. ausgerastet.
Er soll seine Partnerin zuerst niedergestochen haben – mit über 30 Messerstichen! Anschließend tötete er die beiden schlafenden Kinder in ihren Betten – laut Obduktion mit gezielten Stichen in den Halsbereich.
Nachbarn hörten in der Nacht laute Schreie und verständigten die Polizei. Doch als die Beamten eintrafen, war es bereits zu spät. Fadi A. ließ sich widerstandslos festnehmen – und schwieg zunächst eisern.
Radikalisierung auf dem Handy gefunden
Bei der Durchsuchung seiner Wohnung entdeckten Ermittler brisantes Material auf seinem Handy: Propaganda-Videos aus islamistischen Kanälen, Gewaltfantasien, Hetze gegen westliche Werte.
„Es deutet vieles darauf hin, dass sich der Mann in den Jahren nach seiner Einreise nach Deutschland schrittweise radikalisiert hat“, so ein Ermittler.
Erst 2015 als Flüchtling gekommen
Fadi A. kam 2015 als Flüchtling nach Deutschland – zunächst nach Bayern, später zog er nach NRW. Dort lernte er die spätere Mutter seiner Opfer kennen.
Laut Behörden war er bislang nicht polizeilich auffällig.
Doch sein Umfeld beschreibt ihn als kontrollierend, besitzergreifend und aufbrausend. „Er hat sie ständig kontrolliert, sie durfte kaum das Haus verlassen“, sagt eine Bekannte der getöteten Frau.
Höchststrafe gefordert – Verteidigung schweigt
Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung. Die Verteidigung des Angeklagten hält sich bislang bedeckt – ein Geständnis gibt es nicht.
Der Prozess wird unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen geführt. Angehörige der Opfer kämpfen mit den Tränen.
Das Urteil wird für Oktober erwartet.
