Berlin – Diese Worte sitzen wie ein Donnerschlag! Der Präsident des Bundesrechnungshofs geht frontal auf das Beschaffungswesen der Bundeswehr los und spricht von einem System, das sich in Absicherung, Zuständigkeiten und endlosen Abstimmungen verheddert hat. Was einst als Schutz gedacht war, damit kein Steuergeld verschwindet, sei heute zu einem lähmenden Apparat geworden. Jeder sichere sich mehrfach ab, Verantwortung verlaufe im Dickicht der Bürokratie, Entscheidungen würden verschleppt, während sich die Anforderungen an die Truppe immer schneller verändern.
Nach seiner Einschätzung fehlt es nicht an Regeln, sondern an Mut, sie endlich praktikabel zu machen. Fachleute müssten entscheiden dürfen, statt sich durch Aktenberge und Zuständigkeitsfragen zu kämpfen. Die Verfahren seien zu kompliziert, zu langsam, zu schwerfällig für eine Zeit, in der sich Technik und Bedrohungslagen rasant wandeln. Gefordert sei ein radikales Umdenken: weniger Komplexität, mehr Tempo, klare Verantwortlichkeiten. Kontrolle dürfe bleiben, aber sie müsse funktionieren, statt Fortschritt zu blockieren.
Doch die Kritik endet nicht bei der Bundeswehr. Der Rechnungshofpräsident stellt der gesamten Politik ein düsteres Zeugnis aus. Ob Infrastruktur, Förderprogramme oder staatliche Großprojekte – überall erkennt er fehlende Prioritäten, wachsende Kosten und zu wenig Bereitschaft, Ausgaben konsequent zu hinterfragen. Besonders das Sozial- und Finanzsystem sieht er unter Druck, weil immer neue Leistungen beschlossen würden, ohne die langfristige Tragfähigkeit zu sichern. Sein Appell an die Verantwortlichen: endlich sparen, ordnen, Schwerpunkte setzen – bevor aus strukturellen Problemen eine echte Staatskrise wird.
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