Regierung uneins über Aufnahme von Flüchtlingskindern

Flüchtlinge vor dem mazedonischen Grenzzaun, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Regierung ist uneins, wie viele minderjährige Flüchtlinge sie aus den überfüllten Lagern auf den griechischen Inseln aufnehmen will. Das Kanzleramt und das Außenministerium sprechen sich für die Aufnahme von 500 Kindern aus, berichtet das "Handelsblatt" (Freitagausgabe) unter Berufung auf eigene Informationen. Das Innenministerium will die Zahl dagegen auf 350 begrenzen.

Scharfe Kritik an der Haltung des Innenministeriums kommt von der SPD: "Gerade angesichts der drohenden Coronagefahr darf es jetzt kein menschenunwürdiges Geschacher auf dem Rücken der Kinder geben", sagte Frank Schwabe, Sprecher der Bundestagsfraktion für Menschenrechte, dem "Handelsblatt". Deutschland müsse "vorbildhaft vorangehen, um eine europäische Dynamik zu unterstützen". Mehrere EU-Staaten hatten sich Anfang März bereit erklärt, insgesamt 1.600 Flüchtlinge aus griechischen Lagern aufzunehmen, vor allem Kinder. Das Innenministerium sieht Brüssel am Zug. Schließlich habe die EU-Kommission die Zuständigkeit für die Koordination der Aufnahme übernommen. "In dieser Woche wird die Kommission auf Deutschland und die weiteren aufnahmebereiten Mitgliedstaaten zugehen, um den Abstimmungsprozess zu finalisieren", hieß es aus Seehofers Ressort, berichtet die Zeitung. Dass die Umsiedlung nicht in Gang kommt, liegt EU-Innenkommissarin Ylva Johansson zufolge zum einen daran, dass die griechischen Behörden die Betroffenen nicht ausgewählt haben. Zum anderen zögerten die Aufnahmeländer wegen der Corona-Pandemie. Sie befürchteten, sich weitere Fälle von Infizierten ins Land zu holen. "Ich hoffe, dass wir mit der Umsiedlung in den nächsten Wochen beginnen können", sagte Johansson zuletzt.

Foto: Flüchtlinge vor dem mazedonischen Grenzzaun, über dts Nachrichtenagentur

1 KOMMENTAR

  1. Ob nun 350 oder 500 unbegleitete Kinder aufgenommen werden sollen ist voellig egal. Die genannen Zahlen stimmen nicht. Es handelt sich eher wohl um 1500 Kinder. Man kann darauf wetten, dass neben den Kindern dann auch plözlich eben doch angebliche Begleitpersonen oder auch Eltern mit aufgenommen werden wollen. Dieser Forderung kann man kaum . . . aus humnitären Gründen . . . doch wohl kaum widersprechen. Welches Land der EU will und wird neben Deutschland weitere tausend Personen aufnehmen ? Ganz bestimmt nicht Italien oder Frankreich. Eine weitere Stufe der Inkonsequenz.

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