Mit Beginn des Fastenmonats sorgt eine Entwicklung an Schulen für hitzige Diskussionen und große Sorge im Klassenzimmer. Eine Pädagogin berichtet von erschöpften, müden und teilweise leidenden Kindern, die trotz ihres jungen Alters freiwillig fasten und dadurch im Unterricht an ihre Grenzen geraten. Eigentlich sind Minderjährige von den religiösen Regeln ausdrücklich ausgenommen, doch der soziale Druck unter Gleichaltrigen scheint stärker zu wirken als jede Ausnahme. Die Lehrerin schildert, dass sich immer mehr Schülerinnen und Schüler dem Fasten anschließen, obwohl sie es nicht müssten – mit spürbaren Folgen für Konzentration, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden.
Im Schulalltag zeige sich die Situation besonders drastisch: Kinder klagen über Kopf- und Bauchschmerzen, wirken kraftlos, trinken nichts und essen nichts, während der Unterricht weiterläuft. Bewegungseinheiten seien kaum noch möglich, weil schlicht die Energie fehle. Statt lebendigem Lernen dominierten Müdigkeit und Rückzug, viele säßen still da, kämpften mit sich selbst oder könnten dem Stoff kaum folgen. Die Lehrkraft beschreibt, dass klassische Unterrichtsformen in dieser Zeit kaum funktionierten, weil Aufmerksamkeit und Aufnahmefähigkeit deutlich nachließen. Der Unterricht müsse stark angepasst werden, eigenständige Arbeitsphasen ersetzten gemeinsame Lernmomente, da viele Kinder schlicht zu erschöpft seien.
Besonders brisant erscheint die Dynamik innerhalb der Klasse: Nach Angaben der Pädagogin entscheiden sich manche Kinder nicht aus religiöser Überzeugung, sondern aus Gruppendruck für das Fasten. Wer nicht mitmache, werde von anderen kritisch beäugt oder ausgegrenzt. Elternvertreter sprechen inzwischen von einer Entwicklung, die Schulen vor neue Herausforderungen stellt und dringend Gespräche zwischen Elternhaus, Religionsgemeinschaften und Bildungseinrichtungen erfordere. Die Lehrerin wünscht sich vor allem eines: mehr Sensibilität dafür, dass Kinderkörper andere Bedürfnisse haben als Erwachsene – und dass Schule ein Ort bleiben müsse, an dem Lernen, Gesundheit und Entwicklung im Mittelpunkt stehen.
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