Berlin/Schwerin – Der Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern explodiert! Mitten im Endspurt um die Macht im Schweriner Schloss fliegen die Fetzen. Die CDU schreit Zeter und Mordio und wirft dem NDR vor, seine journalistische Unabhängigkeit komplett über Bord geworfen zu haben. Generalsekretärin Franziska Hoppermann hat einen Brandbrief an NDR-Chef Adrian Feuerbacher geschrieben, der BILD vorliegt. Darin zerreißt sie den Sender in der Luft: Der öffentlich-rechtliche Auftrag sei verraten, die Unabhängigkeit geopfert. Und mittendrin steht SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (52), die angeblich im Hintergrund die Strippen gezogen haben soll.
Es geht um das heiße TV-Duell kurz vor der Landtagswahl. Der NDR lässt Schwesig exklusiv gegen AfD-Herausforderer Leif-Erik Holm (56) antreten. Eigentlich sollten auch CDU und Linke mitmischen. Doch plötzlich flogen sie aus dem Format. Die CDU wittert faule Tricks. Hoppermann verdächtigt Schwesig, dem Sender die Pistole auf die Brust gesetzt zu haben: Entweder ein Zweikampf mit der AfD – oder gar nichts! So wolle die Ministerpräsidentin die Zuspitzung zwischen sich und den Rechtspopulisten maximal ausnutzen. „Schwesig muss Antworten liefern und diesen schwerwiegenden Verdacht ausräumen“, fordert Hoppermann unmissverständlich.
Sowohl die SPD-Spitzenkandidatin als auch der NDR weisen jede politische Einflussnahme entschieden zurück.
So lief die skandalöse Auslade-Affäre ab: Schon bei einer Vorbesprechung im Schweriner Schloss sollen CDU-Vertreter vor vollendete Tatsachen gestellt worden sein. NDR-Leute verkündeten kurzerhand: Schluss mit der großen Spitzenkandidatenrunde! Stattdessen nur noch das Duell Schwesig gegen Holm. CDU, Grüne, Linke und BSW müssten sich mit einer späteren Kleinparteien-Runde abspeisen lassen. Die CDU protestierte sofort lautstark. Doch die Sender-Vertreter blieben stur: Die Entscheidung sei gefallen und werde aus redaktionellen Gründen nicht mehr geändert. Parallel dazu strichen auch RTL und n-tv ihre eigenen Wahlsendungen überraschend zum reinen SPD-AfD-Zweikampf zusammen.
Bei einem weiteren Gespräch mit hochrangigen NDR-Verantwortlichen in Hamburg legte die CDU noch einmal nach. Teilnehmer berichten, dass die Christdemokraten klar kritisierten, das Format spiele der AfD in die Karten. Doch der Sender blieb bei seiner Linie. In ihrem Brandbrief fordert Hoppermann nun: Der NDR müsse „Rückgrat beweisen“ und die Entscheidung noch einmal überdenken.Der Streit entlarvt die tiefe Verunsicherung im Wahlkampf. Während die einen von redaktioneller Freiheit sprechen, wittern die anderen pure Machtspiele hinter den Kulissen. Die Bürger in Mecklenburg-Vorpommern schauen zu, wie Sender und Politiker um die besten Kamerapositionen ringen. Vertrauen in die Unabhängigkeit der Medien? Das wird hier auf eine harte Probe gestellt. Die Wähler verdienen Klarheit statt Hinterzimmer-Deals.
Es geht um mehr als nur ein TV-Format. Es geht um die Glaubwürdigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und um den fairen Wettbewerb der Parteien. Wenn der NDR wirklich unter Druck gesetzt wurde, wäre das ein Angriff auf die journalistische Integrität. Wenn nicht, muss die CDU erklären, warum sie so massiv gegen die Entscheidung Sturm läuft. Der Brandbrief liegt auf dem Tisch. Die Antworten stehen noch aus. Der Wahlkampf in MV ist heißer denn je – und die Kameras laufen weiter.
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