Nürnberg im Fokus eines unglaublichen Betrugs: Ermittler haben ein Netzwerk aufgedeckt, das mit gefälschten Papieren und bezahlten Stellvertretern offizielle Sprach- und Integrationstests ausgetrickst haben soll. Statt der eigentlichen Kandidaten erschienen mutmaßlich bestens geschulte Ersatzleute zu den Prüfungen – Menschen mit perfekten Deutschkenntnissen, die für andere antraten. Die Spur führt nach Nürnberg, doch die Masche soll weit über die Stadtgrenzen hinausgereicht haben. Die Polizei spricht von einer organisierten Vorgehensweise, die gezielt staatliche Verfahren unterlief.
Im Zentrum der Ermittlungen steht ein mutmaßlicher Drahtzieher, der als Vermittler agiert haben soll. Über ein ausgeklügeltes System seien angeblich echte Zertifikate beschafft worden – ausgestellt von offiziellen Prüfern, die getäuscht wurden. Die Berichte darüber brachte die Zeitung Welt ans Licht, die wie Axel Springer zum selben Verlag gehört. Besonders brisant: Die Stellvertreter traten mit präparierten Ausweisen auf, die Foto und Namen so kombinierten, dass die Täuschung erst nach bestandener Prüfung praktisch unsichtbar wurde. Ermittlungsrichter schickten Beschuldigte in Untersuchungshaft – der Schock sitzt tief.
Die neue Methode gilt als perfide, weil sie den Kern des Systems traf: echte Prüfungen, echte Bescheinigungen, echte Stempel – aber falsche Personen. Als logistisches Zentrum der Aktivitäten gilt erneut Nürnberg, während die Anwerbung der Stellvertreter offenbar aus anderen Regionen lief. Die Polizei Mittelfranken warnt: Das bislang Bekannte könnte nur ein Ausschnitt sein. Denn Sprach- und Integrationstests sind Schlüssel für Einbürgerung und dauerhaftes Bleiberecht – und genau dieses Vertrauen wurde nach Ansicht der Ermittler systematisch missbraucht. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.
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