Warnung vorm Tragen der Kippa: Antisemitismusbeauftragter hat Empörung bewusst einkalkuliert

Urheber: rafaelbenari / 123RF Standard-Bild
Urheber: rafaelbenari / 123RF Standard-Bild

 

Knapp einen Monat nach seiner Warnung an Juden in Deutschland, die Kippa aufzusetzen, nimmt der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung Felix Klein Bezug auf seine Äußerungen. „Ich habe mit meinem Statement ja aufrütteln wollen. Ich will ein Bewusstsein schaffen, dass wir hier ein gesellschaftliches Problem haben und habe bewusst einkalkuliert, dass es Empörung gibt“, sagte Klein am Mittwoch im ARD-Mittagsmagazin. „Das war mir insofern eigentlich ganz recht: Ich möchte die Probleme des Antisemitismus in Deutschland sichtbarer machen“, so Klein.

Knapp mehr als ein Jahr nach Aufnahme seines Amtes fordert er außerdem, die politischen Maßnahmen gegen Antisemitismus besser zu koordinieren. Es seien viele Strukturen geschaffen worden wie die Bund-Länder-Kommission, die sich strategisch mit Antisemitismus beschäftige. Außerdem gebe es eine Webseite, auf der Betroffene und Zeugen antisemitischer Vorfälle Hilfe bekommen können.

Doch insgesamt müssten laut Klein alle Maßnahmen gegen Antisemitismus noch besser koordiniert werden. Ein Angriff auf Juden müsse nicht nur als Angriff auf diese Gemeinschaft angesehen werden, sondern auf uns alle. „Wir müssen als Gesellschaft wehrhafter werden und dafür bin ich da“, so Klein.

Die Aufgabe des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung besteht vor allem darin, Antisemitismus zu bekämpfen und jüdisches Leben in Berlin zu fördern. Laut Bundeskriminalamt wurden 2018 bundesweit 1799 antisemitische Straftaten registriert – fast 20 Prozent mehr als 2017.

 

Rundfunk Berlin-Brandenburg