WOLLT IHR UNS VERARSCHEN? MILLIONEN-WIRBEL IN FRANKFURT! Bunte Netz-Wolke über der „Konsti“ kostet 2,301 Millionen Euro Steuergeld!

Frankfurt/Main – Was für ein Anblick – und was für eine Rechnung! Über einem der bekanntesten und zugleich umstrittensten Plätze Frankfurts schwebt seit wenigen Tagen eine riesige bunte Netzskulptur. Während unten an der Konstablerwache Beton, U-Bahn-Zugänge, Überwachungskameras und die bekannten sozialen Probleme des Platzes das Stadtbild bestimmen, hängt oben plötzlich ein Kunstwerk aus Hightech-Fasern. Der Preis sorgt für mächtig Diskussionen: 2,301 Millionen Euro kostet die Installation nach Angaben des Frankfurter Kulturdezernats. Frankfurt trägt im Jahr 2026 den Titel Welt-Designhauptstadt, und seit dem 11. August spannt sich deshalb die rund 200 Quadratmeter große Netzskulptur über den Platz. Nachts wird die Konstruktion beleuchtet und soll die Konstablerwache optisch aufwerten. Das Kunstwerk trägt den Namen „A Sky full of Hope“, auf Deutsch etwa „Ein Himmel voller Hoffnung“. Doch ausgerechnet bei vielen Bürgern scheint sich statt Hoffnung vor allem Kopfschütteln breit zu machen. Besucher des Wochenmarktes kritisierten gegenüber BILD insbesondere die gewaltigen Kosten. Die 28-jährige Alena Eckert aus Wetzlar erklärte sinngemäß, dass sie angesichts des Kunstwerks keineswegs überwältigt sei und fragte, warum für ein solches Projekt offenbar Millionen vorhanden seien, während an anderer Stelle Geld fehle. Noch deutlicher wurde Vera Repp, 65, aus Obertshausen: Sie verwies darauf, dass unten im Bereich der U-Bahn eine Toilette kaputt sei, während oberhalb des Platzes mehr als zwei Millionen Euro für Kunst ausgegeben würden. Genau dieser Gegensatz bringt die Debatte auf den Punkt: Wie sinnvoll ist es, Millionen in eine spektakuläre Installation zu investieren, wenn Bürger gleichzeitig an vielen Stellen der Stadt ganz alltägliche Mängel erleben? Das Kulturdezernat hält dagegen und bezeichnet die Installation als eine visuelle Bereicherung. Die Kunst soll dazu beitragen, die häufig als trist empfundene Konstablerwache in einen lebendigeren Ort zu verwandeln, an dem Menschen verweilen, sich treffen und den öffentlichen Raum anders wahrnehmen. Doch der Millionenpreis bleibt wie eine dunkle Wolke über der bunten Wolke hängen.

Noch brisanter wird die Sache beim Blick auf Finanzierung und Auftragsvergabe. Das Geld für das Millionenprojekt stammt laut Bericht größtenteils aus einem 30-Millionen-Euro-Topf, der eigentlich der Wiederbelebung der Frankfurter Innenstadt dienen soll. Genau deshalb dürften sich viele Steuerzahler fragen, ob eine mehrere Millionen Euro teure Netzskulptur tatsächlich der beste Weg ist, eine Innenstadt langfristig attraktiver zu machen. Besonders heikel: Eine öffentliche Ausschreibung für das Projekt gab es dem Bericht zufolge nicht. Dabei wäre eine solche Ausschreibung normalerweise bereits ab einem Auftragswert von 216.000 Euro vorgesehen. Stattdessen wurde der Auftrag direkt an die amerikanische Künstlerin Janet Echelman, 60, sowie an eine Frankfurter Agentur vergeben. Die Stadt begründet dieses Vorgehen damit, dass es sich um ein einzigartiges Kunstwerk mit besonderen Anforderungen handele. Echelman beschäftigt sich nach Angaben des Kulturdezernats bereits seit etwa 20 Jahren mit Kunstinstallationen, die öffentliche Räume verändern und deren Atmosphäre neu gestalten sollen. Doch ausgerechnet bei einer entscheidenden Frage bleibt die Öffentlichkeit im Dunkeln: Wie viel Geld erhält eigentlich die Künstlerin selbst? Wie teuer sind Planung, Technik, Konstruktion, Beleuchtung, Montage oder weitere Zusatzkosten? Konkrete Einzelbeträge wollte das Kulturdezernat gegenüber BILD aus rechtlichen Gründen nicht nennen. Und genau das dürfte die Kritik kaum verstummen lassen. Denn wenn am Ende 2,301 Millionen Euro Steuergeld auf der Rechnung stehen, wollen Bürger nachvollziehen können, wofür diese enorme Summe ausgegeben wird. Dazu kommt eine Personalverbindung, die zusätzliche Fragen aufwirft: Der Designer Roland Lambrette, 74, ist nach Angaben des Berichts Gesellschafter jener GmbH, die Projekte der „Weltdesignhauptstadt 2026“ in Frankfurt plant und umsetzt. Gleichzeitig war er früher Geschäftsführer von „Atelier Markgraph“ – jener Agentur, die den Millionenauftrag gemeinsam mit Janet Echelman erhalten hat. Ob daraus ein Interessenkonflikt entstehen könnte, ist damit nicht automatisch bewiesen. Doch die personelle Überschneidung sorgt zwangsläufig für Fragen. Das Kulturdezernat äußerte sich laut BILD zu diesem möglichen Interessenkonflikt nicht. Gerade bei Millionenprojekten aus öffentlichen Geldern wären größtmögliche Transparenz und nachvollziehbare Entscheidungswege jedoch entscheidend, um jeden Verdacht von Vetternwirtschaft oder unangemessener Bevorzugung gar nicht erst entstehen zu lassen.

Und Frankfurt wird dieses Millionen-Kunstwerk nicht nur ein paar Wochen sehen: Die riesige Netz-Wolke soll ganze drei Jahre über der Konstablerwache hängen. Wissenschaftler der Frankfurt University of Applied Sciences sollen während dieser Zeit untersuchen, welche Wirkung die Installation auf den Platz und seine Besucher entfaltet. Damit wird aus der Kunstaktion zugleich ein langfristiges Experiment im öffentlichen Raum. Die entscheidende Frage lautet also: Kann ein buntes Netz tatsächlich verändern, wie Menschen einen seit Jahren problembehafteten Innenstadtplatz erleben? Kann Kunst Aufenthaltsqualität schaffen, wo Beton, Kriminalitätsprobleme und soziale Konflikte das Bild prägen? Oder bleibt am Ende vor allem die Erinnerung an eine gewaltige Rechnung? Schon jetzt zeigt sich jedenfalls, dass ein spektakuläres Kunstwerk allein die alltäglichen Probleme rund um die Konstablerwache nicht verschwinden lässt. Ironischerweise hat sich sogar bereits ein Fußball in der riesigen Konstruktion verfangen – ein kleines Detail, das mitten in der millionenschweren Inszenierung beinahe sinnbildlich wirkt. Befürworter können argumentieren, dass Großstädte öffentliche Kunst brauchen, dass ungewöhnliche Installationen Aufmerksamkeit schaffen und dass Investitionen in Kultur sowie Stadtgestaltung ebenfalls zur Lebensqualität gehören. Kritiker hingegen stellen die Frage, ob Frankfurt angesichts knapper Kassen tatsächlich 2,3 Millionen Euro für ein einzelnes Kunstprojekt ausgeben sollte, während Bürger gleichzeitig auf defekte Infrastruktur und andere ungelöste Probleme hinweisen. Genau dieser Gegensatz macht aus der bunten Wolke einen politischen Dauerbrenner: oben ein farbenfroher „Himmel voller Hoffnung“, unten die Realität einer Großstadt mit ihren Baustellen. Ob die Netzskulptur in den kommenden drei Jahren tatsächlich Menschen zusammenbringt und die Konstablerwache nachhaltig aufwertet, wird sich erst zeigen müssen. Sicher ist schon jetzt nur eines: Dieses Kunstwerk hängt nicht einfach nur über Frankfurt – an ihm hängt auch eine Millionen-Debatte darüber, wie eine Stadt mit dem Geld ihrer Steuerzahler umgehen sollte.

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