Zuckerbombe: Kinder- und Jugendärztepräsident fordert Werbeverbot für Milchschnitte und Co.! #Vegetarier

Fischbach: Sogenannte Kinderlebensmittel „verantwortungslos“ – „Politische Verzagtheit“ mit schuld an grassierender Fettleibigkeit

Osnabrück. Deutschlands Kinder- und Jugendärzte fordern ein Eingreifen der Politik zur Bekämpfung von Fettleibigkeit. „Wir brauchen ein Werbeverbot für sogenannte Kinderlebensmittel, die es ja tatsächlich gar nicht gibt“, sagte Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ).

Nach dem ersten Lebensjahr könnten Kinder alles essen, von besonders scharfen Gerichten abgesehen. „Trotzdem erwecken Lebensmittelkonzerne mit Dinosaurier-Bildern oder strahlenden Jungen und Mädchen auf der Verpackung den Eindruck, es gäbe Lebensmittel für Kinder, als wären Milchschnitte oder Kinderschokolade gesund und ein sinnvoller Bestandteil des Nahrungsmittelkataloges. Das ist verantwortungslos und muss gestoppt werden!“, sagte Fischbach der „NOZ“.

Die Folgen der grassierenden Fettsucht schon der Kleinen habe „dramatische“ Folgen, vom Leid der Betroffenen bis zu den Kosten für das Gesundheitssystem, so der BVKJ-Präsident. Und Zuckerbomben seien alles andere als kindgerecht. „Ein Eingreifen ist umso wichtiger, als dass Geschmacksvorlieben im frühkindlichen Alter geprägt werden“, erklärte er. Die Strategie der Bundesregierung für zucker- und fettreduzierte Rezepte in Fertigprodukten sei „viel zu schwach“, sagte Fischbach: „Die Folge der politischen Verzagtheit sind immer mehr übergewichtige und kranke junge und ältere Menschen.“

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Kinder- und Jugendärztepräsident warnt Eltern, Kinder vor Smartphone oder Tablet „zu parken“

Fischbach: Furchtbarer Trend mit katastrophalen Folgen – „Kein Handy vor elf Jahren!“

Osnabrück. Deutschlands Kinder- und Jugendärzte warnen vor „katastrophalen Folgen“ einer intensiven Mediennutzung durch Minderjährige. „Wir beobachten mit Schrecken, dass die Kinder, die vor dem Smartphone oder Tablett hängen, immer jünger werden“, sagte Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Eltern bringen ihren Kindern nicht mehr bei zu spielen oder sich sinnvoll zu beschäftigen, sondern parken den Nachwuchs vor den Geräten. Teilweise am Essenstisch! Ein furchtbarer Trend mit katastrophalen Folgen für die kindliche Entwicklung.“

Schon die Jüngsten würden auf permanente Reizüberflutung konditioniert, beklagte Fischbach. In der Folge würden Kinder immer häufiger an Konzentrationsschwäche leiden. „Medialen Dauerbeschuss macht das beste Hirn nicht mit“, so der BVKJ-Präsident in der NOZ. „Je höher der Medienkonsum, je schwächer die Leistungen in den Schulen.“

Eindringlich forderte er Eltern auf, „ihren Erziehungsauftrag ernst zu nehmen“. Grundsätzlich gelte: „Kein Handy vor elf Jahren!“ Es sei erschreckend, wie leichtsinnig Eltern mit Blick auf die Internetnutzung ihrer Kleinen seien. „Das ist eine fatale Blauäugigkeit. Je länger man die Smartphone-Nutzung der Kinder rausschiebt, umso besser ist es für sie.“ Und auch später gelte: „Zwei Stunden pro Tag – das ist genug!“

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Kinderärztepräsident befürchtet „Ausbluten“ der ärztlichen Versorgung für Jugendliche

Fischbach: Praxen schaffen es nicht mehr, ihren Nachwuchs selbst auszubilden – Ruf nach Weiterbildungsförderung und 20 Prozent mehr Studienplätzen

Osnabrück. Deutschlands Kinderärzte warnen vor einem Kollaps der Versorgung der kleinen Patienten. „Die Ressource Arzt wird knapp und knapper. Wenn nicht vernünftig gegengesteuert wird, kommt es zu massiven Problemen. Dann blutet die Versorgung im ambulanten Kinder- und Jugendarztbereich aus“, sagte Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ).

Das Durchschnittsalter der Kinder- und Jugendärzte liege bei rund 55 Jahren, und die Babyboomer gingen bald in Rente, begründete Fischbach seine Warnung und forderte: „Wenn wir in Deutschland eine flächendeckende medizinische Versorgung unserer Kinder und Jugendlichen durch Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte gewährleisten wollen, brauchen wir eine ambulante Weiterbildungsförderung analog zur Allgemeinmedizin. Die Praxen schaffen es nicht mehr, ihren Nachwuchs selbst auszubilden.“

Fischbach warf den Bundesländern vor, seit der Wiedervereinigung die Zahl der Studienplätze „heimlich, still und leise“ von 16.000 auf nun 10.000 bis 11.000 abgebaut zu haben. „Wir brauchen 20 Prozent mehr Studienplätze, 2000 bis 3000 in jedem Jahr. Und wir brauchen ein anderes Auswahlverfahren“, mahnte der BVKJ-Präsident in der NOZ. Seit Abschaffung der Wartesemester falle ein viel zu großer Teil medizinbegeisterter junger Leute durchs Raster. „Wir graben uns selbst den Nachwuchs ab. Dafür werden wir die Zeche zahlen. Wir können es uns nicht leisten, die Menschen zu verlieren, die Arzt oder Ärztin werden wollen!“, sagte Fischbach.

 

Neue Osnabrücker Zeitung