Der Streit zwischen zwei deutschen Tennis-Giganten eskaliert! Boris Becker hat im „Spiegel“ dem frisch gekürten Weltranglisten-Ersten Alexander Zverev ordentlich die Meinung gesagt – und der Hamburger schlägt jetzt mit voller Härte zurück. „Ich glaube, dass er wie immer relativ viel Blödsinn erzählt“, polterte der 29-Jährige nach seiner bitteren Niederlage beim Rolex Paris Masters gegen den Italiener Lorenzo Musetti. Das war Zverevs erstes Match als Nummer 1 der Welt – und es endete mit einem frühen Aus. Doch statt still zu leiden, nahm der Olympiasieger von 2021 die Kritik der Tennis-Ikone persönlich und setzte zum Gegenangriff an.
Becker, dreimaliger Wimbledon-Sieger und selbst einstige Weltnummer 1, hatte im Nachrichtenmagazin offen gelegt, warum Zverev trotz seiner Erfolge in Deutschland nicht so geliebt werde. Die Eltern kommen aus Russland, auf dem Platz spricht der Star Russisch mit seiner Box, politisch äußert er sich nicht zum Krieg in der Ukraine. „Was ich persönlich verstehe, aber es kommt natürlich nicht so gut an“, so Becker. Auch die drei Gold-Ketten, die Zverev als Glücksbringer trägt und die ihn immer wieder am Hemd zupfen lassen, seien ein Thema. Und auf Deutsch wirke der Hamburger oft schroff und abgehackt, während er auf Englisch Charme und Witz zeige. Die Zuschauer seien in den drei Grand-Slam-Finals des Jahres gegen ihn gewesen – das könne nicht gut sein.
Zverev ließ das nicht auf sich sitzen. Auf BILD-Nachfrage sagte er, er habe nur kleine Ausschnitte gesehen, es sei nicht fair, große Kommentare zu machen – und tat es dann trotzdem. „Ich weiß nicht, was bei ihm gerade vorgeht, aber ich habe das Gefühl, dass er alles kommentieren muss, was ich mache.“ Zu den Finals konkret: In Paris seien 70 Prozent der Leute für ihn gewesen, in Wimbledon gegen Jannik Sinner 50:50, und in New York gegen den Amerikaner Ben Shelton sei es normal, dass das Stadion gegen einen Europäer ist. „Das fand ich komisch.“ Auch die Forderung nach politischen Statements nervt den Olympiasieger: „Mich hat nie jemand danach gefragt. Ich werde aber nicht auf Instagram gehen und irgendwelche Kommentare abgeben. Das bin ich nicht.“
Die beiden kennen sich schon lange. 2018 standen sie noch gemeinsam bei einer Veranstaltung, damals schien das Verhältnis entspannt. Beim Davis-Cup 2023 in Trier gegen die Schweiz war Becker sogar zu Gast beim deutschen Team um Zverev. Doch die ständige Kritik der Legende – früher schon zum Umfeld und zur Spielweise – hat Spuren hinterlassen. Zverev glaubt, Becker suche einfach nach allem, um ihn runterzumachen. „Das kann er machen, das ist seine Entscheidung.“
Es ist nicht das erste Mal, dass die beiden öffentlich aneinandergeraten. Becker will, dass der neue Nummer 1 mehr zulässt, sich öffnet und in Deutschland nicht nur respektiert, sondern geliebt wird. Zverev hingegen bleibt bei seiner Linie: Klartext, aber keine Instagram-Politik. Ob das die Fans überzeugt, bleibt offen. Die Goldketten bleiben, das Russische auf dem Platz auch, und politische Statements gibt es nicht.
Die Spannung steigt jetzt vor den ATP Finals in Turin, die ab dem 15. November laufen. Zverev ist qualifiziert, und Becker ist an den letzten vier Tagen als Sky-Experte vor Ort. Da könnten sich die Wege der beiden kreuzen. Wird es zum Showdown am Court oder nur zu weiteren Spitzen am Mikrofon? Die Tennis-Welt schaut gebannt hin.
Das Verhältnis der beiden deutschen Stars war schon immer kompliziert. Zverev hat Becker großen Respekt entgegengebracht, doch die wiederholten öffentlichen Tadel haben das Klima vergiftet. Viele Experten sehen in Beckers Worten ehrliche Sorge um den deutschen Tennis-Nachwuchs, andere vermuten pure Eifersucht auf den jungen Mann, der nun länger an der Spitze stehen könnte als die Legende selbst. Zverev lässt sich davon nicht beirren und konzentriert sich auf sein Spiel.
Die Fans in Deutschland sind gespalten. Manche feiern den neuen Weltranglisten-Ersten für seine Hartnäckigkeit und die Grand-Slam-Titel dieses Jahres, andere vermissen die Nahbarkeit und den Witz, den Becker einst mitbrachte. Zverev selbst hat eine klare Meinung zu politischen Themen, äußert sie aber bewusst nicht öffentlich. Das macht ihn angreifbar, gleichzeitig aber auch unabhängig von medialen Wellen.
Ob sich das Verhältnis noch einmal entspannt, ist fraglich. Die kommenden Wochen in Turin werden zeigen, ob die beiden professionell miteinander umgehen können oder ob der Graben noch tiefer wird. Für das deutsche Tennis wäre eine Versöhnung sicherlich das Beste.
Quellen:
- BILD: Alexander Zverev über Boris Becker
- n-tv: Boris Becker erklärt, warum Deutschland mit Zverev fremdelt
- tennis MAGAZIN zu Beckers Spiegel-Interview
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