Bundeswehr bekommt Waffen und Munition oft nur durch Zufall zurück

Bundeswehr-Soldat mit G36, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Bei 57 Bundeswehrangehörigen wurden seit 2018 im Rahmen von Ermittlungen und Hausdurchsuchungen entwendete Waffen oder Munition gefunden. Zudem wurden bei zwei Ex-Soldaten, einem Reservisten und zwei Zivilisten Waffen oder Munition aus Bundeswehrbeständen sichergestellt. Das geht aus einer Antwort des Verteidigungsministeriums auf Anfrage der Linksfraktion hervor.

Die Antwort liegt dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Freitagausgaben) vor. Wie das Ministerium selbst einräumt, wurde nur ein Teil dieser Ermittlungen direkt wegen der verschwundenen Waffen oder Patronen geführt. "In vielen Fällen wurden zu anderen Delikten Haus- und Grundstücksdurchsuchungen durchgeführt, die zu Zufallsfunden von Waffen, funktionswichtigen Waffenteilen oder Munition führten", heißt es in der Antwort. Dabei wurden fünf Waffen oder Waffenteile und 65mal Munition sichergestellt. Bei aufgefundener Munition wird nicht automatisch ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Abgeordnete der Linken, Martina Renner, kritisiert das. Sie sagte dem RND: "Noch immer sind die Kontrollmechanismen völlig unzureichend. Jeder Verlust von Waffen und scharfer Munition muss eine Strafanzeige zur Folge haben, weil jede einzelne Patrone eine potenzielle Gefahr darstellt."

Foto: Bundeswehr-Soldat mit G36, über dts Nachrichtenagentur

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