Wichtig: Blutentnahmen an Buckelwalen dürfen weltweit nur von lizenzierten Wissenschaftlern oder spezialisierten Tierärzten unter strengen Tierschutzauflagen durchgeführt werden.
Schockantwort: „Das ist meine erste Blutentnahme bei einem Wal!“ Wo ist hier Tierwohl und Tierschutz? Würden Sie sich von einer Person Blutabnehmen lassen die es beim Mensch noch nie gemacht hat?
Das Abnehmen von Blutproben bei einem lebenden Buckelwal ist eine enorme logistische und medizinische Herausforderung – schließlich kann man einen 30 Tonnen schweren Riesen nicht einfach auf eine Liege bitten.
In der Forschung und Tiermedizin gibt es dafür im Wesentlichen zwei Ansätze: den direkten (invasiven) Weg und den modernen, indirekten Weg.
1. Die klassische Stelle: Die Schwanzflosse (Fluke)
Wie bei den meisten Walen und Delfinen ist die Fluke der primäre Ort für die Blutentnahme.
- Venenverlauf: Auf der Ober- und Unterseite der Fluke verlaufen große, oberflächennahe Venen (Venae caudales).
- Vorgehensweise: Da Buckelwale in freier Wildbahn leben, ist dies fast nur möglich, wenn ein Tier für medizinische Notfalleingriffe (z. B. bei Verhedderungen in Netzen) fixiert werden muss oder wenn es gestrandet ist.
- Herausforderung: Die Haut ist extrem dick und der Wal muss ruhig gehalten werden, um Verletzungen durch die Nadel oder die schiere Kraft des Tieres zu vermeiden.
2. Die moderne Alternative: Der „Blow“
Da echte Blutproben bei freischwimmenden Buckelwalen extrem riskant sind, greift die moderne Forschung oft auf eine nicht-invasive Methode zurück, die zwar kein flüssiges Blut liefert, aber ähnliche genetische und hormonelle Daten: Das Sammeln von Blas-Ausstoß (Blow).
- Was wird entnommen? Wenn der Wal ausatmet, stößt er ein Gemisch aus Luft, Schleim und biologischem Material aus.
- Technik: Forscher nutzen heute oft Drohnen (sogenannte „Snotbots“), die durch die Atemwolke fliegen.
- Inhalt: Im Blas lassen sich DNA, Stresshormone (Cortisol) und Fortpflanzungshormone nachweisen – fast so gut wie im Blut.
3. Biopsie-Pfeile
Für genetische Untersuchungen, die normalerweise Blut erfordern würden, nutzen Forscher oft Biopsie-Armbrüste. Dabei wird ein kleiner, hohler Pfeil auf den Rücken des Wals geschossen, der ein winziges Stück Haut und Blubber (Speckschicht) entnimmt. Diese Proben sind reich an Blutgefäßen und liefern die notwendigen Informationen, ohne dass das Tier eingefangen werden muss.
Welcher Aspekt der Walforschung interessiert dich besonders – eher die medizinische Versorgung oder die genetische Analyse in freier Wildbahn?

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