FDP-Chef kritisiert neue Corona-Maßnahmen

Christian Lindner, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – FDP-Chef Christian Lindner hat die neuen Corona-Maßnahmen, die von Bund und Ländern am Mittwoch beschlossen wurden, mit deutlichen Worten kritisiert. "Vieles von dem, was jetzt verlängert oder verschärft wird, ist kaum wirksam und daher nicht notwendig", sagte Lindner dem Nachrichtenportal T-Online. "Und was wirklich helfen würde, wie der besondere Schutz der Risikogruppen, bleibt unterbelichtet."

Mit der jetzigen Krisenstrategie sehe er nicht, wie man vor dem Frühling des kommenden Jahres das Land wieder hochfahren könnte. Zudem kritisiert Lindner den bayerischen Ministerpräsidenten: "Markus Söder hat mit Blick auf die täglichen Todeszahlen gesagt, jeden Tag stürze ein Flugzeug ab. Ich halte dieses Sprachbild für in vieler Hinsicht problematisch." Aus den Zahlen müsse man aber die richtigen Konsequenzen ziehen. Der FDP-Chef spricht sich für eine Vereinfachung der staatlichen Ausgleichszahlungen an Betriebe in der Pandemie aus: "Jetzt kommen wir in den Dezember, wo alle Maßnahmen verlängert werden, aber die Novemberhilfen wurden teilweise noch gar nicht bezahlt." Deshalb sollte für die Dezemberhilfen gar kein zweiter, neuer Antrag gestellt werden müssen, so der Liberale. "Unbürokratisch sollte Betroffenen einfach die doppelte Novemberhilfe ausgezahlt werden." Überall dort, wo Schutzmaßnahmen wirksam möglich seien, sollten Behörden die Öffnung genehmigen können. "Vielleicht kann nicht jede Bar öffnen, aber der Italiener um die Ecke schon."

Foto: Christian Lindner, über dts Nachrichtenagentur

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