Frankfurt: Rollstuhlfahrer in Gleis geschoben und dort zurückgelassen!

(hol) In der Nacht zum Sonntag (05.01.20) rettete ein U-Bahnfahrer mit seiner besonnenen Fahrweise einem Rollstuhlfahrer vermutlich das Leben. Dieser war zuvor von einem Bekannten ins Gleisbett geschoben und dort zurückgelassen worden.

Gegen 01:00 Uhr hatte ein 68-jähriger Begleiter des 32-jährigen Gehbehinderten diesen nach einem kurzen Streit mit seinem Rollstuhl ins Gleisbett an der Haltestelle „Fritz-Tarnow-Straße“ geschoben. Der Rollstuhlfahrer fiel aus dem Rollstuhl und konnte sich nicht mehr selbst befreien. In dieser hilflosen Lage ließ ihn der andere dann zurück. Beide kennen sich und kommen aus dem Trinkermilieu. Der Bereich vor der Haltestelle ist dem U-Bahnfahrer als Gefahrenstelle bekannt. Aus diesem Grund fuhr er entsprechend langsam. So erblickte er den Rollstuhlfahrer frühzeitig, bremste ab und befreite ihn aus seiner misslichen Lage. Der Gehbehinderte blieb unverletzt, musste jedoch aufgrund seiner Alkoholisierung trotzdem in ein Krankenhaus gebracht werden.

Die Polizei nahm den Verantwortlichen noch im Rahmen der Fahndung fest. Gegen ihn wird nun wegen eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt. Ein Haftrichter erließ heute einen U-Haftbefehl gegen den 68-Jährigen.

 

Polizeipräsidium Frankfurt am Main