Ich komme da nicht mit! – Schüler sind nicht einmal mehr STUBENREIN! | Lanz

Berlin – Dumm, dümmer, am Dümmsten? Deutschlands Schüler fallen bei PISA krachend durch – so tief wie noch nie seit Beginn der Studie im Jahr 2000! Und an den Grundschulen hapert es inzwischen an den allerersten Grundlagen: Kinder, die nicht sauber auf die Toilette gehen können, kein Deutsch sprechen und nicht einmal einen Stift richtig halten! Bei Markus Lanz platzte jetzt die Bildungs-Bombe – mit Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) mittendrin!

Der YouTube-Kanal „Demokratisch Denken“ hat die Lanz-Sendung vom 28. Oktober 2026 (ZDF) am 29. Oktober unter dem Titel „Ich komme da nicht mit! – Schüler sind nicht einmal mehr STUBENREIN!“ zusammengeschnitten und kommentiert – rund 14 Minuten lang. Zu Gast bei Lanz waren laut ZDF Bundesbildungsministerin Karin Prien, die Publizistin und frühere Schulleiterin Silke Müller (16 Jahre lang Schulleiterin), Berlins SPD-Chef Steffen Krach und die stellvertretende „Tagesspiegel“-Chefredakteurin Anke Myrrhe. Im Bildungsteil der Sendung ging es um nichts weniger als den Absturz einer ganzen Schülergeneration.

Gleich zu Beginn wird im Video ein Satz eingeblendet, der sitzt: „Was heute 15-Jährige können, konnten vor 10 Jahren 13-Jährige.“ Er stammt vom deutschen PISA-Chef Prof. Samuel Greiff (TU München, Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien), der ihn im Tagesspiegel-Interview zum Erscheinen der Studie erklärt hat: In Mathematik liegen die deutschen 15-Jährigen aktuell bei 464 Punkten, vor zehn Jahren waren es noch deutlich über 500. Vereinfacht entspreche das einem Kompetenzverlust von gut zwei Schuljahren. Greiff wörtlich: Die Jugendlichen stünden „so schlecht da wie noch nie seit der ersten Pisa-Studie 2000“.

Die Zahlen der am 8. September 2026 von der OECD in Paris und vom ZIB in Berlin vorgestellten PISA-Studie 2025 sind ein Desaster: Im Lesen stürzten die deutschen Schüler gegenüber 2022 um 15 Punkte von 480 auf 465 ab, in Mathematik um 11 Punkte von 475 auf 464. In den Naturwissenschaften – diesmal Schwerpunkt der Studie – sind es 486 Punkte, sechs weniger als 2022 (laut OECD statistisch nicht bedeutsam). Zur Einordnung: 20 PISA-Punkte entsprechen ungefähr dem Lernzuwachs eines ganzen Schuljahres. Getestet wurden in Deutschland rund 6.700 Jugendliche an etwa 250 Schulen, weltweit rund 760.000 in 91 Staaten und Volkswirtschaften.

Noch erschreckender sind die Anteile der Abgehängten: 34 Prozent der 15-Jährigen verfehlen in Mathematik das Mindestniveau (Kompetenzstufe 2) – 2022 waren es noch 30 Prozent, seit 2015 ein Plus von 17 Prozentpunkten! Im Lesen sind es 32 Prozent (2022: 25 Prozent, seit 2015 plus 15 Prozentpunkte), in den Naturwissenschaften 27 Prozent (seit 2015 plus 10 Prozentpunkte). Laut Greiff erreichen gut 20 Prozent der 15-Jährigen in allen drei Bereichen gleichzeitig nicht die Mindestanforderungen. Gerade einmal 7 bis 9 Prozent schaffen es in die Leistungsspitze. Im Ranking landet Deutschland laut Deutschem Schulportal in den Naturwissenschaften auf Rang 23, im Lesen auf Rang 24 und in Mathematik gemeinsam mit Schweden auf Rang 25 – ganz vorne stehen die chinesischen Regionen und Singapur.

Und dann der Hammer zur Stimmung im Klassenzimmer: 77 Prozent der deutschen 15-Jährigen sagen zwar, sie seien neugierig – aber 33 Prozent stimmen der Aussage zu, Schule sei Zeitverschwendung (OECD-Schnitt: 24 Prozent, seit 2022 plus 4 Prozentpunkte). Genau diese Zahlen trug im Video auch eine Diskutantin bei Lanz vor (34 Prozent Mathe, 32 Prozent Lesen, 27 Prozent Naturwissenschaften, 77 Prozent neugierig, 33 Prozent sehen in der Schule wenig Sinn) – sie decken sich mit den offiziellen PISA-Daten. Ihr Fazit im Video: Das sei „nicht mehr nur ein gesellschaftliches Problem, sondern ein Demokratieproblem“ – es gehe um die Generation, die später Pflegekräfte, Unternehmer und Politiker stellen soll.

Ein Blick in die langen PISA-Reihen der OECD zeigt, wie tief der Fall ist: 2012 erreichte Deutschland in Mathematik noch 514 Punkte, in den Naturwissenschaften 524, im Lesen 508. 2015 lag das Lesen mit 509 Punkten auf seinem Höchststand, Mathematik bei 506, Naturwissenschaften bei 509. Danach ging es nur noch bergab: 2018 (Lesen 498, Mathe 500, Naturwissenschaften 503), 2022 der erste große Absturz, 2025 der nächste Tiefpunkt. Genau hier setzt der Video-Kommentator an: Die Lesekompetenz habe ihren Höhepunkt 2015 gehabt, Mathe und Naturwissenschaften seien schon ab 2012/2013 gefallen – und das sei für ihn eine „eklatante Korrelation“ mit der Migration, die bei Lanz „einfach ignoriert“ werde. Vor etwas über zehn Jahren also – 2015 – liegt für den Kanal der Ursprung des Absturzes.

Auch Greiff selbst nennt das Jahr: „Der seit 2015 vorhandene Abwärtstrend hält an“, sagt der PISA-Chef. Seine Erklärung ist aber eine ganz andere! Deutschland habe nach dem ersten PISA-Schock 2000 eine „international vorbildliche Aufholjagd“ gestartet – und sich dann um 2015 herum zurückgelehnt. Greiffs Bild: Man habe den Fitnessstudio-Vertrag behalten, sich aber „wieder mal öfter auf die Couch“ gelegt. In Politik und Öffentlichkeit hätten viele gesagt: „Jetzt reicht es langsam mal mit den Reformen.“ Die Corona-Spätfolgen allein erklärten den deutschen Sonderweg ebenfalls nicht – andere Länder hätten sich bei PISA 2025 stabilisiert oder sogar verbessert, Deutschland nicht.

Und die Migration? Hier wird es heikel – und genau hier prallen Video und Wissenschaft frontal aufeinander. Fakt laut nationalem PISA-Bericht: 29 Prozent der 15-Jährigen in Deutschland haben einen Zuwanderungshintergrund. Jugendliche ohne Zuwanderungshintergrund erreichen in den Naturwissenschaften 521 Punkte, die zweite Generation 463, selbst Zugewanderte, die vor dem 11. Lebensjahr kamen, 423, später Zugezogene nur 392 Punkte – ein Abstand von 129 Punkten! Werden aber soziale Herkunft, Geschlecht und die zu Hause gesprochene Sprache herausgerechnet, schrumpft der Abstand auf 18, 32 und 67 Punkte. Die soziale Herkunft wiegt in Deutschland extrem schwer: Das reichste Viertel liegt in den Naturwissenschaften 125 Punkte vor dem ärmsten (OECD: 85), der sozioökonomische Status erklärt 19 Prozent der Leistungsunterschiede (OECD: 12 Prozent).

Der Kanal behauptet: Würde man nur die deutschen Schüler zählen, läge Deutschland im Lesen auf „Platz eins in Europa“, in Mathe auf Platz zwei gleichauf mit der Schweiz, in den Naturwissenschaften ebenfalls auf Platz eins – „ohne die Massenmigration wären wir, was Bildung angeht, an der Spitze Europas“. Achtung: Eine solche Rangliste findet sich weder im OECD-Länderbericht noch im nationalen Berichtsband. Das Prüfportal Faktenfackel weist auf den methodischen Haken hin: Man vergleicht dabei eine deutsche Teilgruppe mit den Gesamtwerten anderer Länder, die ihre Zuwanderer mitzählen. Die Schweiz etwa kommt bei Schülern ohne Zuwanderungshintergrund auf 527 Punkte in den Naturwissenschaften (Landesschnitt: 501). Das Portal Apollo News rechnete nach ähnlicher Logik sogar „nur“ Platz acht bzw. zehn weltweit aus – auch das ist keine amtliche Zahl. Richtig ist dagegen: Die Leistungsunterschiede zwischen den Gruppen sind in Deutschland größer als im OECD- und EU-Schnitt.

Greiff warnt ausdrücklich vor der „verkürzten Erzählung“, der Abwärtstrend lasse sich im Wesentlichen mit Zuwanderung erklären. Sein stärkstes Argument: Auch am Gymnasium, das „keine auch nur in Ansätzen vergleichbare Integrationslast trägt“, verläuft der Absturz ziemlich parallel. Tatsächlich: In Mathematik verfehlen an Gymnasien inzwischen 6 Prozent das Mindestniveau (2022: 4 Prozent), an den übrigen Schularten 47 Prozent (2022: 42 Prozent). Im Lesen sind es 5 bzw. 43 Prozent. Laut Greiff verläuft die entscheidende Trennlinie „nicht zwischen Jugendlichen mit und ohne Zuwanderungshintergrund, sondern zwischen Jugendlichen aus sozial privilegierten und sozial benachteiligten Familien“. Auch das Bundesbildungsministerium schreibt: Unterschiede nach sozialer Herkunft fallen „deutlich stärker ins Gewicht als Unterschiede nach Zuwanderungshintergrund“.

Und jetzt zum Teil, der Eltern den Atem stocken lässt: Stubenrein? Nicht mehr selbstverständlich! Von Lanz auf ihre Aussage angesprochen, die Stärkung des Leistungsprinzips müsse aus dem Elternhaus kommen, antwortet Ministerin Prien im Video: „Natürlich.“ Bildung und Erziehung fange „erstmal im Elternhaus“ an. In der Kita müsse konsequent dafür gesorgt werden, dass Kinder Deutsch lernen – aber auch andere Fähigkeiten, die sie heute oft nicht mehr mitbringen: Es gebe Kinder „ohne abgeschlossene Sauberkeitserziehung“, und „das ist kein Einzelfall“. Auch die verpflichtende Sprachförderung kommt auf den Tisch – „Seit Jahrzehnten reden wir über dieses Thema“, heißt es in der Runde. Lanz hatte die Ministerin nach den PISA-Ergebnissen bereits im Podcast „Lanz und Precht“ scharf angegriffen, weil sie Leistungsbereitschaft vor allem bei den Eltern verorte: „Warum sind diese Leute in ihren Ämtern?“ (FOCUS).

Was Prien beschreibt, kennen Lehrkräfte aus dem Alltag. Die Leiterin der Grundschule Nordholz (Landkreis Cuxhaven), Sabine Peter, berichtete laut FOCUS, 20 bis 25 Prozent ihrer Schulanfänger hätten Sprachdefizite; manche könnten nicht allein auf die Toilette gehen oder sich anziehen: „Wir haben auch damit zu kämpfen, dass wir Kinder wickeln müssen.“ Das betreffe nicht nur Kinder aus benachteiligten oder zugewanderten Familien, sondern insgesamt Kinder, die „aus der Corona-Pandemie heraus“ verschiedenste Bedarfe mitgebracht hätten. Eine Berliner Schulleiterin aus Spandau: „Manchmal kommen Kinder auch in Windeln zur Schule. Das sind zwar Einzelfälle, aber die Situation gibt es.“ In einer SWR-Umfrage unter rund 6.000 Grundschullehrkräften sagten rund 90 Prozent, Erstklässler hätten heute mehr Defizite als vor zehn Jahren – motorisch, sprachlich, bei Konzentration und Verhalten. An der Gräfenauschule in Ludwigshafen blieben 2023 37 Erstklässler sitzen – fast jedes dritte Kind. Viele Kinder scheitern laut ARD-Doku schon an Grundfertigkeiten: Stift halten und zuhören.

Der Stift ist längst Chefsache: Rheinland-Pfalz’ Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) kündigte nach PISA verbindliche Tests für Viereinhalbjährige an – nicht nur Deutsch, sondern auch, ob sie einen Stift halten, mit der Schere schneiden und Schnürsenkel binden können. „Sehr viele Kinder“ seien bei der Einschulung „gar nicht grundschulreif“. Im Video wird daraus zugespitzt: Lehrer müssten Schülern erst beibringen, „wie man aufs Klo geht“, manche Erstklässler könnten keinen Stift halten. Die im Video genannte Größenordnung, „drei Viertel der Klasse“ verstünden das nicht, ist eine Behauptung des Kommentators – belastbare Zahlen dazu gibt es nicht; auch die zitierten Schulleitungen sprechen von Einzelfällen.

Dann legt Lanz in der Sendung die nächste Horror-Zahl auf den Tisch: 65.000 Schüler hätten im letzten Jahr die Schule ohne Abschluss verlassen, die Quote sei „von fünf auf acht, fast 9 Prozent“ gestiegen, bei Jugendlichen ausländischer Herkunft „fast dreimal so hoch“ – genau dieser Satz ziert auch das Video-Vorschaubild. Laut Statistischem Bundesamt (Abfrage des BSW) verließen im Schuljahr 2024/25 knapp 65.000 Jugendliche die Schule ohne mindestens Hauptschulabschluss – 8,4 Prozent, der höchste Anteil seit über 20 Jahren (zuletzt höher: 2002/03 mit 8,9 Prozent). Vor zehn Jahren (2014/15) waren es 47.400 bzw. 5,6 Prozent, vor zwei Jahren 56.000, im Vorjahr 62.000. Bildungsforscher Kai Maaz (DIPF) mahnt aber: Die 65.000 dürften nicht pauschal als „Schulabbrecher“ bezeichnet werden – ein erheblicher Teil komme von Förderschulen. Die „dreimal so hoch“-Aussage zu ausländischen Jugendlichen stammt von Lanz; eine bundesweite Aufschlüsselung für 2024/25 konnten wir in den aktuellen Destatis-Veröffentlichungen nicht nachprüfen.

Warum, fragt Lanz? Seine eigene Antwort im Video: weil das Schulsystem sich an „diese sehr großen Zuwanderungszahlen“ nicht hinreichend habe anpassen können. Prien rechnet vor: Seit 2022 seien rund 230.000 zusätzliche Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine aufgenommen worden, dafür brauche man 12.000 bis 15.000 zusätzliche Lehrer – und eine Lehrerausbildung dauere sieben Jahre. Es habe in den letzten zehn Jahren „exogene Faktoren“ gegeben, die das Bildungssystem massiv gefordert hätten. „Ja, wir hätten es besser machen müssen“, räumt Prien ein; man habe seit 2015 „tausende zusätzlicher Lehrer“ eingestellt, „und trotzdem reicht es nicht“. Der IQB-Bildungstrend 2024 belegt den Lehrermangel: Der Anteil von Lehrkräften ohne grundständiges Lehramtsstudium ist seit 2018 deutlich gestiegen – in Physik auf 24, in Chemie auf 21 Prozent; fachfremd unterrichtete Schüler schneiden schlechter ab.

Ums Geld geht es auch. Der Video-Kommentator spottet über die „alte Taktik, einfach mehr Geld auf das Problem werfen“ und nennt Ausgaben von „etwa 5.600 Euro“ pro Schüler im Jahr 2005 und „über 13.000 Euro“ heute. Achtung, Zahlen-Abweichung: Laut Statistischem Bundesamt gaben die öffentlichen Haushalte 2024 durchschnittlich 10.500 Euro je Schüler an öffentlichen Schulen aus (allgemeinbildende Schulen: 11.300 Euro; Spitzenreiter Berlin 13.700, Hamburg 13.200 Euro), 2005 waren es 4.700 Euro. Die Ausgaben haben sich also tatsächlich mehr als verdoppelt (nominal, nicht preisbereinigt) – die konkreten Zahlen im Video stimmen aber nicht mit der Destatis-Reihe überein. Das Startchancen-Programm, auf das Prien verweist, soll laut KMK mit rund 20 Milliarden Euro über zehn Jahre die Zahl der Kinder, die an geförderten Schulen die Mindeststandards verfehlen, halbieren.

Der Kanal geht noch weiter – und hier wird es pauschal: Er sieht ein „kulturelles Problem“, beruft sich dabei auf Erlebnisse „im Bekanntenkreis“ mit muslimischen Familien und unterstellt ganzen Gruppen, sie wollten ohnehin Bürgergeld beziehen. Belege dafür liefert das Video nicht; es handelt sich um Anekdoten und Meinung des Kommentators, nicht um Studienergebnisse. Ebenso seine Forderungen nach einer „massiven Migrationswende“, Rückführungen nach Wegfall des Asylgrunds und möglicherweise Spezialschulen. Wissenschaftlich belegt ist dagegen: Wer vor der Einschulung kein Deutsch lernt, hat es schwer – das sagen Prien („Alles, was dann passiert, wird immer mehr zum Reparaturbetrieb“), der Deutsche Lehrerverband und die SWR-Lehrerumfrage gleichermaßen.

Weitere Baustelle: Handy, Social Media, KI. Prien verhandelt laut Video in Brüssel über ein Social-Media-Verbot bis mindestens 13 Jahre (deutsche Position, andere Staaten wollten 14 oder 16) und eine starke Regulierung bis 18 – Algorithmen wirkten „wie Drogen“. Der Kanal wittert darin eine „Hintertür für die totale Überwachung“ per Altersverifizierung und verweist auf Australien. PISA liefert dazu harte Daten: 33 Prozent der deutschen Schüler berichten, dass Mitschüler in den meisten Naturwissenschaftsstunden durch digitale Geräte abgelenkt werden (OECD: 28 Prozent); wer das erlebt, schneidet 8 Punkte schlechter ab. An Schulen mit Handyverbot ist die Ablenkungswahrscheinlichkeit um rund 22 Prozent geringer. Die Hälfte der 15-Jährigen nutzt mindestens einmal pro Woche KI-Chatbots zum Lernen. Und dann Lanz’ Wutausbruch: Warum KI an Grundschulen, wenn Kinder nicht mal Lesen, Schreiben, Rechnen können? „Ich komme da nicht mit“ – laut Süddeutscher Zeitung legte er nach: „Doof geboren werden und dann auch noch dumm sterben! Das kann doch nicht unser Anspruch sein.“

Auch der IQB-Bildungstrend 2024 (vorgestellt im Oktober 2025, rund 48.000 Neuntklässler an über 1.500 Schulen) bestätigt den Absturz: In allen vier getesteten Fächern – Mathematik, Biologie, Chemie, Physik – sind die Kompetenzen seit 2018 gesunken, auch an Gymnasien. Die Kultusminister nennen gleich ein ganzes Bündel an Ursachen: die Corona-Pandemie (die getesteten Schüler waren die erste Kohorte, die mitten in der Pandemie eingeschult wurde), Krisen und Kriege, die Integration neu zugewanderter Kinder, zu hohen Medienkonsum und Social Media, mehr emotionale Probleme sowie Lehrkräftemangel und fachfremden Unterricht. Kurz: Es gibt nicht die eine Ursache – auch wenn das Video genau das nahelegt.

Was bleibt, ist ein Land, das sich über Jahre eingeredet hat, beim Thema Bildung schon genug getan zu haben. Die Warnsignale lagen auf dem Tisch, Studie um Studie, und trotzdem wurde weiter verwaltet statt angepackt. Dass ausgerechnet bei den einfachsten Dingen – Sprache, Selbstständigkeit, Feinmotorik – die Fundamente bröckeln, sollte jeden aufrütteln, der Kinder hat oder Verantwortung trägt.

Die Schuldfrage wird dabei gern zum Pingpong: Die Politik zeigt auf die Eltern, die Eltern auf die Schulen, die Schulen auf fehlendes Personal und ein Kommentar-Kanal auf die Zuwanderung. Die Forscher dagegen sehen ein ganzes Geflecht aus sozialer Benachteiligung, fehlender früher Förderung, Pandemie-Folgen, Ablenkung durch Bildschirme, überlasteten Lehrkräften und einem System, das nach anfänglichen Erfolgen nachgelassen hat. Wer nur eine Ursache benennt, macht es sich zu leicht.

Am Ende zählt, was im Klassenzimmer ankommt: verlässliche Sprachförderung vor der Einschulung, gut ausgebildete Lehrkräfte, klare Regeln für Handys und echte Unterstützung für Familien, die allein nicht weiterkommen. Ob Ankündigungen aus Berlin und Brüssel daran etwas ändern, wird sich erst zeigen, wenn die nächste Generation getestet wird. Bis dahin sitzen die Kinder von heute in den Klassen von heute – und können nicht warten.

Fazit: Rekord-Tief bei PISA, Rekord-Hoch bei Schulabgängern ohne Abschluss, Erstklässler ohne Sauberkeitserziehung – Deutschlands Bildungssystem steckt in der tiefsten Krise seit 25 Jahren! Woran es liegt? An mehr als nur einer Sache – und genau deshalb muss jetzt endlich überall gleichzeitig angepackt werden!

Quellen:
YouTube – Demokratisch Denken: „Ich komme da nicht mit! – Schüler sind nicht einmal mehr STUBENREIN! | Lanz“ (29.10.2026): https://www.youtube.com/watch?v=kND2CE3LNYQ
ZDF – Markus Lanz vom 28. Oktober 2026: https://www.zdf.de/video/talk/markus-lanz-114/markus-lanz-vom-28-oktober-2026-100
Deutsches Schulportal – PISA-Studie 2025: Die zehn wichtigsten Ergebnisse: https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/die-zehn-wichtigsten-ergebnisse-der-pisa-studie-2025/
Tagesspiegel – Interview mit Samuel Greiff: https://www.tagesspiegel.de/wissen/das-konnten-vor-zehn-jahren-schon-die-13-jahrigen-bildungsforscher-samuel-greiff-uber-das-neue-pisa-desaster-16017120.html
OECD – PISA 2025 Ergebnisse (Band I): Deutschland: https://www.oecd.org/de/publications/pisa-2025-ergebnisse-band-i_eade94cd-de/deutschland_8a1ce578-de.html
BMBFSFJ – Basiskompetenzen stärken, Bildungschancen verbessern: https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/aktuelles/alle-meldungen/basiskompetenzen-staerken-bildungschancen-verbessern-293966
Faktenfackel – Prüfung „Ohne Migranten wäre Deutschland in Bildung Weltspitze“: https://faktenfackel.de/quellen/medien/apollo-news/links/pisa-ohne-migranten-weltspitze
SPIEGEL – Neuer Höchststand: 65.000 Schulabgänger ohne Abschluss: https://www.spiegel.de/panorama/bildung/bildung-neuer-hoechststand-65-000-schulabgaenger-ohne-abschluss-a-0616e034-d801-4b42-a283-28515c72ef21
Ostfriesen-Zeitung/dpa – 20-Jahres-Hoch bei Schulabgängern ohne Abschluss: https://www.oz-online.de/artikel/1694033/20-Jahres-Hoch-bei-Schulabgaengern-ohne-Abschluss
Statistisches Bundesamt – 10 500 Euro je Schülerin und Schüler 2024: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/03/PD26_082_217.html
KMK – Licht und Schatten im IQB-Bildungstrend 2024: https://www.kmk.org/aktuelles/pressearchiv/mitteilung/licht-und-schatten-im-iqb-bildungstrend-2024.html
FOCUS – „Manche kommen in Windeln zur Schule“: https://www.focus.de/politik/deutschland/kommen-in-windeln-zur-schule-werden-kinder-immer-unselbststaendiger_4e3c68d5-f170-4c42-bdaf-7fe24dddb09a.html
FOCUS – Lanz gegen Prien: https://www.focus.de/politik/lanz-uebt-kritik-an-bildungsministerin-prien-warum-sind-diese-leute-in-ihren-aemtern_f54681ea-9a75-40b0-96c0-5b835990789d.html
SWR – Umfrage: Grundschüler mit teils gravierenden Defiziten: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/freiburg/ard-story-immer-mehr-grundschueler-abgehaengt-auch-in-bw-100.html
oe24 – Deutsch-Tests schon für vierjährige Kinder (Schnieder): https://www.oe24.at/a/deutsch-tests-schon-fuer-vierjaehrige-kinder-900114179
Süddeutsche Zeitung – Markus Lanz: „Doof geboren werden …“: https://www.sueddeutsche.de/medien/markus-lanz-bildungskrise-berliner-spd-steffen-krach-karin-prien-li.3570621

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