Athen (dts Nachrichtenagentur) – Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hat der Türkei vorgeworfen, sich bei den Territorialstreitigkeiten im östlichen Mittelmeer "weniger wie ein Partner und mehr wie ein Provokateur" zu verhalten. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan habe mit einer der Bürgerkriegsparteien in Libyen ein "illegales Seerechtsabkommen" unterzeichnet, welches auf die Rechte von Drittstaaten keinerlei Rücksicht nehme, schreibt Mitsotakis in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Griechenland habe kein Interesse an einer Verschärfung der Spannungen.
Sein Land habe aber "die militärische Stärke, um jede türkische Aggression abzuwehren", so Mitsotakis. Eine militärische Konfrontation liege aber in niemandes Interesse. Griechenland sei für einen Dialog mit der Türkei, "aber nicht mit vorgehaltener Waffe". Die Türkei habe die Wahl. Wenn sich Erdogan für den Weg des Dialogs entscheide, habe er immer noch die Chance auf ein weitreichendes Abkommen mit der EU, von dem alle Seiten profitieren würden. Wenn sich die griechisch-türkischen Konflikte nicht durch direkte Gespräche lösen ließen, plädiere er dafür, den Internationalen Gerichtshof anzurufen, so Mitsotakis. Er frage sich, was Ankara von der Herrschaft des Rechts zu befürchten habe, so der griechische Regierungschef.
Foto: Griechisches Parlament, über dts Nachrichtenagentur

Kommentare
Ein Kommentar zu „Mitsotakis: Dialog mit Türkei "nicht mit vorgehaltener Waffe"“
Die Agressivität der Türkei müsste man nachvollziehen können, wenn man sich die „Teilung des Meeres“ zwischen griechischer und türkischer Küste ansieht:
Denn über 3/4 der Meeresfläche zwischen diesen Ländern beansprucht Griechenland für sich !
Was zwar einerseits logisch nachvollziehbar ist, wegen der winzigen griechischen Inselchen, die teils 100 Mal so viel Meeresfläche „belegen“, wie sie an Bodenfläche belegen-
Aber andererseits auch nachempfinden lässt, dass dies seitens der Türkei als
un-ge-recht und provozierend empfunden wird.
Ich meine, Griechenland wäre diplomatisch gut beraten, wenn man mit der Türkei diesbezüglich ein sinnvolles Sonder-Abkommen treffen würde —
dass beispielsweise türkischerseits eine Art Lizensgebühr zu bezahlen wäre, die beidseitig akzeptabel wäre.