
Paukenschlag in Lohr am Main! In einer Klinik, die eigentlich helfen soll, brodelt ein handfester Skandal. Dem Patienten Thomas Krebs soll über lange Zeit eine notwendige Therapie verwehrt worden sein. Während die Einrichtung öffentlich behauptete, der Mann verweigere die Behandlung, zeichnen die Abläufe hinter den Türen ein ganz anderes Bild. Erst massiver Druck durch den Patienten selbst und kritische Veröffentlichungen brachten Bewegung in die Sache. Plötzlich ging es doch. Was zuvor angeblich unmöglich war, wurde auf einmal Realität.
Über Wochen herrschte Stillstand statt Hilfe. Gespräche lagen auf Eis, Fortschritte wurden blockiert, Perspektiven verbaut. Die Verantwortung schob man dem Patienten zu, doch der widerspricht entschieden. Er habe immer wieder um Gespräche gebeten, um Therapie, um echte Resozialisierung. Statt Unterstützung gab es Ausreden, Verzögerungen und ein System, das sich wegduckt. Besonders brisant: Interne Aussagen sollen verdreht worden sein, um den Eindruck zu erwecken, der Patient selbst sei das Problem. Kritiker sprechen von einem Muster, das sich seit Jahren wiederholt.
Jetzt der späte Kurswechsel. Nachdem der öffentliche Druck wuchs, wurde Thomas Krebs endlich eine Psychologin zugeteilt. Für viele Beobachter ist das kein Zeichen von Einsicht, sondern ein Eingeständnis des Versagens. Der Patient fordert nun Gespräche auf Augenhöhe und Klarheit statt Gerüchte und Schuldzuweisungen. Sein Vorwurf wiegt schwer: Nicht er habe Therapie verhindert, sondern eine Klinik, die Verantwortung meidet und Chancen zerstört. Der Skandal von Lohr wirft eine unbequeme Frage auf: Wie viele Patienten bleiben ungehört, solange niemand hinsieht?
