Umweltministerin Schulze wirft Agrarministerin Untätigkeit bei der Senkung der Nitratbelastung vor/Für Ausstieg aus Glyphosat-Einsatz

 

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) fordert von Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) verstärkte Anstrengungen gegen die zu hohe Nitratbelastung von Böden und Gewässern. Klöckner sei „dafür verantwortlich, dass die Überdüngung endlich endet“, sagte Schulze dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Samstag-Ausgabe). „Wir haben schon eine Klage der EU-Kommission verloren. Die Landwirtschaftsministerin hat trotzdem bislang immer noch zu wenig getan. Jetzt hat die EU eine Frist bis zum 1. April gesetzt. Ich erwarte von Frau Klöckner schleunigst belastbare Vorschläge.“ Andernfalls drohten ihr Strafen der EU von 860.000 Euro am Tag. Die Ministerin warnte auch vor weiteren Folgekosten. „Unabhängig davon, dass wir hier wie alle anderen Mitgliedsstaaten der EU die gesetzten Standards einhalten müssen, ist die Verschmutzung unseres Grundwassers auch teuer, weil die Trinkwasserversorger unser Wasser dann aufwendig aufbereiten müssen. Dann würde die Gemeinschaft den Schaden bezahlen über höhere Trinkwasserpreise“, warnte die Ministerin. Mit Blick auf den Einsatz des umstrittenen Pflanzengifts Glyphosat forderte Schulze ihre Kabinettskollegin auf mitzuziehen. „Julia Klöckner sagt ja immer, dass sie die Bienen für systemrelevant hält. Das passt nicht zusammen mit einem ‚ ‚Weiter so‘ beim Glyphosat.“ Die enormen Schäden für die Artenvielfalt seien unumstritten. „Pflanzengifte wie Glyphosat rauben den Insekten den Lebensraum.“ Sie habe „Koalitionsvertrag auf meiner Seite“, betonte Schulze. Dieser sehe einen grundsätzlichen Ausstieg vor. Von der chemischen Industrie erwarte sie die Arbeit an Alternativen zu Glyphosat.

 

Kölner Stadt-Anzeiger

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