Polizeireport vom Haltepunkt #Gelsenkirchen-Zoo – 13-Jähriger von #Güterzug #erfasst und #tödlich verletzt!

Zu einem Bahnbetriebsunfall kam es gestern Abend (22. Mai) im Bahnhof Gelsenkirchen-Zoo.

Um 22:40 Uhr befuhr ein Güterzug die Bahnstrecke von Bottrop nach Wanne-Eickel, als er kurz vor Einfahrt in den Haltepunkt Gelsenkirchen-Zoo drei Personen im Gleisbereich wahrnahm. Der 51-jährige Triebfahrzeugführer des Zuges leitete daraufhin sofort eine Schnellbremsung ein.

Während zwei Jugendliche sich noch rechtzeitig auf den Bahnsteig retten konnten, wurde ein 13-jähriger Jungen von dem Güterzug erfasst. Durch Zeugen wurden der Notruf alarmiert, woraufhin kurz darauf Einsatzkräfte der Gelsenkirchener Polizei am Haltepunkt eintrafen und erste Hilfe leisteten. Nach eintreffen von Einsatzkräfte der Gelsenkirchener Berufsfeuerwehr übernahmen diese die Rettungsmaßnahmen. Zeugen, Angehörige und der Triebfahrzeugführer wurden vor Ort durch Notfallseelsorger betreut.

Auf Grund der erlittenen Verletzungen verstarb der 13-Jährige wenig später am Ereignisort. Die Kriminalpolizei übernahm die Todesfallermittlungen. Nach ersten Zeugenaussagen sollen die drei Jugendlichen ihren Weg durch die Gleisanlagen abgekürzt haben. Dabei wurde der 13-Jährige von dem Güterzug erfasst.

Neben zahlreichen Einsatzkräften der Gelsenkirchener Polizei und der Berufsfeuerwehr, unterstützte die Bundespolizei die Einsatzmaßnahmen und Ermittlungen vor Ort.

Auf Grund des Unfalls war sowohl die Güterzugstrecke (Bottrop – Wanne-Eickel) als auch die Personenzugstecke (Gladbeck – Herne) von 22:43 bis 00:30 Uhr gesperrt.

Vor dem Hintergrund der gestrigen Ereignisse warnt die Bundespolizei vor den Gefahren des Bahnverkehrs!

Die Gefahren, die beim Betreten von Gleisanlagen und Bahnübergängen bestehen, werden aus bundespolizeilicher Erfahrung zumeist unterschätzt. Unfallursachen sind unter anderem unachtsames oder unsachgemäßes Verhalten auf Eisenbahnanlagen.

Seien Sie stets achtsam, wenn Sie sich an Orten aufhalten, wo sich Züge bewegen. Denn Züge

- durchfahren Bahnhöfe mit Geschwindigkeiten von bis zu 160 
Stundenkilometern. Durch den entstehenden Luftsog können 
unmittelbar an der Bahnsteigkante befindliche Gegenstände in 
Bewegung geraten.
- können Hindernissen nicht ausweichen und haben einen sehr langen
Bremsweg.
- nähern sich fast lautlos. Ein elektrisch betriebener Zug - 
selbst mit über 200 Stundenkilometern - ist für das menschliche 
Ohr erst wahrnehmbar, wenn er bereits vorbeifährt!
- fahren auch außerhalb des ausgehängten Fahrplanes und können ein
Gleis in beide Richtungen befahren.

Gleise nur an ausgewiesenen Stellen überqueren Überqueren Sie die Gleise ausschließlich an den Stellen, die dafür offiziell vorgesehen sind!

Vorsicht an der Bahnsteigkante Halten Sie sich auf dem Bahnsteig nicht unmittelbar an der Bahnsteigkante auf! Die weiße Sicherheitslinie auf dem Boden markiert den sicheren Abstand zur Bahnsteigkante. Übertreten Sie die Sicherheitslinie erst dann, wenn der Zug hält.

Vorsicht vor elektrischem Strom in Oberleitungen und Stromschienen

Jedes Jahr verunfallen Personen, die aus Leichtsinn, Unwissenheit und Abenteuerlust auf abgestellte Güterwagen klettern oder auf S-Bahnen „surfen“. Fast alle dieser Unfälle enden mit schwersten Verletzungen oder tödlich.

Bereits die Nähe zu den Oberleitungen, zum Beispiel durch Klettern auf Bahnwaggons, genügt für einen Stromschlag – die Stromleitung muss hierfür nicht berührt werden.

Oberleitungen haben eine Spannung von 15.000 Volt (das sind 65 Mal mehr als in der Steckdose zu Hause) und eine Stromstärke von über 1.000 Ampere. Diese Kombination ist in der Lage, die Luft zu überspringen und auf einem Lichtbogen – einem Blitz – über den Körper zur Erde zu gelangen. Der menschliche Körper, der zu zwei Dritteln aus Wasser besteht, wird in diesem Moment zum „leitenden Gegenstand“. Deshalb haben auch Drachen und Modellflugzeuge in der Nähe von Ober- und Hochspannungsleitungen nichts verloren.

Gleise sind kein Fotostudio Die Bundespolizei warnt davor, Gleise als fotografisches Motiv zu verwenden.

Diese Warnung gilt nicht nur für Privatpersonen, sondern auch für Personen, die zu Werbezwecken fotografieren. Denn hierbei werden ebenfalls oft Personen auf Bahnanlagen dargestellt. So kann zum Beispiel der Eindruck entstehen, dass sich auf Bahngleisen sorglos balancieren lässt.

Die Bundespolizei warnt: Ein solches Verhalten ist leichtsinnig und kann zu tragischen Unfällen führen.

Bundespolizeidirektion Sankt Augustin