Frankreichs politisches Paris bebt: Noch sitzt Ex-Präsident Nicolas Sarkozy in Haft, doch ausgerechnet die Staatsanwaltschaft fordert nun seine Freilassung – wenn auch nicht ohne Bedingungen. Seit Wochen schockiert der tiefe Fall eines einst mächtigen Staatschefs das Land, während die Justiz mit ihrem Umgang für Empörung und hitzige Debatten sorgt. Kritiker sprechen von einem Justiztheater und fragen, ob hier mit zweierlei Maß gemessen wird.
Die Verhandlungen im Pariser Berufungsgericht sind für viele zum Symbol geworden, wie machtlos selbst höchste Ämter vor dem Gesetz sind – oder doch nicht? Mit ernster Miene und sichtlich gezeichnet von den Strapazen meldete sich Sarkozy erstmals selbst öffentlich zu Wort. Seine Aussagen über die “harte und anstrengende” Zeit hinter Gittern sorgen für Schlagzeilen, geben aber auch Einblick in das tiefe Drama um einen Mann, dessen Fall den französischen Staat ins Mark trifft.
Noch ist unklar, ob Sarkozy tatsächlich schon bald wieder frei kommt. Doch die Entscheidung der Justiz wird auch ein Signal an alle senden, die an Recht und Gerechtigkeit im Land zweifeln. Für viele bleibt der Eindruck, dass es bei den Mächtigen immer eine Hintertür gibt – selbst wenn die Öffentlichkeit genau hinsieht.
