Mannheim: Gewalt gg. Polizei 2018: 442 Tatverdächtige ermittelt. 162 waren Nichtdeutsche, 74 davon Asylbewerber/Flüchtlinge

 

Kriminalitätsentwicklung im Präsidiumsbereich auf Fünfjahrestief

Wohnungseinbruche und Straßenkriminalität auf Zehnjahrestief

Aufklärungsquote mit 59,5 Prozent auf Zehnjahreshoch

Gesamtbetrachtung:

„In der Gesamtbetrachtung bin ich mit der Kriminalitätsentwicklung im Jahr 2018 sehr zufrieden“, so Polizeipräsident Thomas Köber, der gemeinsam mit Polizeivizepräsident Siegfried Kollmar die Polizeiliche Kriminalstatistik 2018 am 27. März 2019 der Öffentlichkeit präsentierte. Im Präsidiumsbereich sind die Straftaten um 1,1 Prozent zurückgegangen und liegen derzeit bei 73.991 Delikten (2017: 74.838).

„Die Freude über den Rückgang der Straftaten in Mannheim im Vergleich zum Vorjahr um immerhin 4,5 Prozent wird allerdings etwas getrübt von den leichten Anstiegen in Heidelberg um 1,9 Prozent und dem Rhein-Neckar-Kreis um 1,8 Prozent. Dies ist u.a. auch dem Anstieg der ausländer- und asylrechtlichen Verstößen gerade in Heidelberg mit dem Ankunftszentrum geschuldet“, so Köber erklärend. „Diese Straftaten, die ausschließlich von Ausländern begangen werden können, flossen in die Gesamtstatistik ein und beeinflussten maßgeblich das Ergebnis in Heidelberg.“

Ein exorbitanter Anstieg der Straftaten ist bei den Betrugsdelikten durch angebliche Polizeibeamte von 758 auf 1.454 (+91,8 %) festzustellen. Im Vergleich dazu wurden im Jahr 2016 lediglich 87 Fälle bekannt!

Weitere wesentliche Zuwächse sind bei den Sexualstraftaten von 605 auf 793 Delikte (+31,1%), den Verstößen gegen das Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetz von 2.514 auf 3.172 Delikte (+26,2%) und der Computerkriminalität von 782 auf 954 Fälle (22,0%) zu verzeichnen. Signifikante Rückgänge sind beim besonders schweren Fall des Diebstahls an/aus Kfz von 2.259 auf 1.350 Delikte (-40,2%), beim Trickdiebstahl von 155 auf 117 Fälle (-33,9%) und bei Wohnungseinbruch von 1.074 auf 838 (-22,0%) festzustellen.

Bei der Straßenkriminalität handelt es sich um einen Summenschlüssel mehrerer Delikte, die sich in der Öffentlichkeit ereignen. Sie sank im Gesamtbereich erneut deutlich um 9,4 Prozent von 16.285 auf 14.760 registrierte Straftaten und somit auf einen Zehn-Jahres-Tiefstand. Den höchsten prozentualen Rückgang konnte in diesem Deliktsfeld das Stadtgebiet Mannheim mit einem Minus von 13,3 Prozent von 7.883 auf 6.796 Delikte vorweisen.

Bei den sogenannten „Aggressionsdelikten im öffentlichen Raum“ zeigt sich eine negative Entwicklung mit einer Zunahme um 3,8 Prozent. Immerhin liegt diese leicht unter dem Landestrend. Lediglich im Rhein-Neckar-Kreis gab es geringfügige Rückgänge bei diesen Straftaten, während in Mannheim und in Heidelberg die Straftaten in diesem Deliktsbereich zunahmen. Die Aufklärungsquote liegt insgesamt bei knapp 80 Prozent. 29 Prozent der Tatverdächtigen waren alkoholisiert. Dieser Wert liegt damit auf einem konstant hohen Level. Der Anteil der Nichtdeutschen Tatverdächtigen lag bei 39 Prozent.

Aufklärungsquote:

Unsere Aufklärungsquote ist mit fast 59,5 Prozent unser Spitzenwert überhaupt, wobei wir nur marginal hinter dem Gesamtwert in Baden-Württemberg zurückliegen“, fügt der Polizeipräsident hinzu. „Eine weitere Steigerung und eine Annäherung an den landesweiten Wert von 62,7% sollte daher unser Ziel sein“.

Opferwahrscheinlichkeit (Häufigkeitszahl)

Die Häufigkeitszahl bildet die Anzahl der Straftaten je 100.000 Einwohner ab und ist damit eine valide Möglichkeit, Gemeinden oder Kreise mit unterschiedlichen Strukturen zu vergleichen. Die Häufigkeitszahl in Mannheim sank von 11.448 auf 10.818. In Heidelberg dagegen stieg sie leicht von 10.222 auf 10.371 an. Im Rhein-Neckar-Kreis lag die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden, mit 4.392 Straftaten je 100.000 Einwohner sogar deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 5.191. Im Vergleich der Großstädte in Baden-Württemberg belegen Mannheim und Heidelberg nach Freiburg Platz 2 und 3.

Gewalt gegen Polizeibeamte

Viele Polizeibeamte sehen sich auf Streife und bei Einsätzen immer häufiger mit Respektlosigkeiten und Übergriffen konfrontiert. Seit Jahren ist zu beobachten, dass bedrohliche Situationen für die Beamten kontinuierlich ansteigen. Aggressionen gegenüber der Polizei beginnen häufig mit Beleidigungen (in der PKS nicht gesondert ausgewiesen) und machen auch nicht vor Widerständen und tätlichen Angriffen Halt. In den meisten Fällen lässt der zum Teil enorme Alkoholkonsum die Hemmschwelle stark sinken.

Im Jahr 2018 wurden insgesamt 491 Taten registriert. Dies ist ein Zuwachs um 50 Fälle oder 11,3 Prozent. Während die Straftaten in Mannheim um 20,4 Prozent und in Heidelberg um 14,2 Prozent stiegen, sanken im Rhein-Neckar-Kreis die Angriffe auf Polizeibeamte um 5,5 Prozent.

Wir liegen damit auf dem höchsten Wert überhaupt. Allerdings kann man in diesem Deliktsbereich aufgrund der erstmaligen Erfassung des Delikts „tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte“ nur bedingt Vergleiche zu den Vorjahren ziehen. 57 Prozent der ermittelten Tatverdächtigen standen unter Alkoholeinfluss: Im Jahr davor waren es noch 54 Prozent.

Insgesamt wurden 442 Tatverdächtige ermittelt. 162 waren Nichtdeutsche, 74 davon Asylbewerber/Flüchtlinge.

„Bedauerlicherweise ist die Zahl der verletzten Polizeibeamten um 60 auf 284 gestiegen. Drei von ihnen wurden schwer verletzt. Das ist so nicht weiter hinnehmbar“, zeigt sich Köber entschlossen.

Einen Rückgang der Übergriffe auf Polizeibeamte verspricht sich der Polizeipräsident neben einem weiterhin konsequenten Vorgehen seiner Beamten, auch durch verstärkte Einsätze von Antikonfliktteams bei Veranstaltungen, vor allem aber von den seit dem 09. März 2019 flächendenkend eingeführten Bodycams.

Sexualstraftaten

„Der Anstieg der Sexualstraftaten hielt auch 2018 mit insgesamt 793 Straftaten und somit einem Plus von 31,1 Prozent an“, so Polizeivizepräsident und Leiter der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg Siegfried Kollmar. „Dieser Bereich wird daher 2019 ein Handlungsschwerpunkt beim Polizeipräsidium Mannheim sein.“

So gab es in den vorangegangenen Jahren bereits Zuwächse (2017: 10,2% / 2016: 10,7 %). Der Anstieg der Straftaten ist zumindest teilweise der Reform des Sexualstrafrechts Ende des Jahres 2016 und der Neuaufnahme von Straftatbeständen wie der sexuellen Belästigung nach § 184i StGB sowie geänderter statistischer Erfassungskriterien geschuldet. Aber auch öffentliche Kampagnen, wie die „MeToo“-Bewegung, dürfte zu einer erhöhten Sensibilität und Anzeigenbereitschaft der Bevölkerung beigetragen haben.

Große Anstiege sind insbesondere im Bereich der Tatbestände des „sexuellen Übergriffs/ sexueller Nötigung“ mit einem Plus von 153 Prozent und der „sexuellen Belästigung“ mit einer Steigerung von insgesamt 42,7 Prozent zu sehen.

Einen deutlichen Rückgang verzeichnet dagegen der Tatbestand der „Beleidigung auf sexueller Grundlage“ von 155 auf 117 Fälle, wobei dieser nunmehr zum Teil unter „sexuelle Belästigung“ (§184i StGB) subsumiert wird. Erfreulicherweise ist auch der Tatbestand der „Vergewaltigung/sexuellen Übergriffs/sexueller Nötigung im besonders schweren Fall“ um 7,1 Prozent zurückgegangen.

Die Aufklärungsquote ist mit 77,6 Prozent im Bereich der Sexualstraftaten erwartungsgemäß hoch und im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleichbleibend. Somit wurden über Dreiviertel aller Sexualstraftaten aufgeklärt. In rund 44 Prozent hatten Täter und Opfer bereits eine Vorbeziehung.

Von den 545 registrierten Tatverdächtigen handelt es sich bei 188 um ausländische Staatsangehörige; davon waren 70 Asylbewerber. Im Bereich des Tatbestands der „sexuellen Belästigung“ ist der Anteil der nichtdeutschen Täter bei rund 50 Prozent. Die Hälfte davon sind Asylbewerber.

Sowohl landesweit als auch beim PP Mannheim wurde mit der Definition der „Sicherheit im öffentlichen Raum“ als polizeilicher Handlungsschwerpunkt reagiert. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auch auf der Bekämpfung der Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung.

Wohnungseinbrüche

„Das Sicherheitsgefühl der Bürger ist uns ein besonderes Anliegen. Deshalb freut es mich außerordentlich, dass wir bei den Wohnungseinbrüchen erneut einen bemerkenswerten Rückgang vermelden können. Dieses Mal um 236 Fälle“, zeigt sich Kollmar zufrieden.

Mit 838 (2014: 1.074) registrierten Einbrüchen und Einbruchversuchen zeigt die Tendenz mit einem Minus von 22,0 Prozent deutlich nach unten und stellt den niedrigsten Wert der letzten zehn Jahre dar. Diese Zahlen zeigten sogar eine bessere Entwicklung als die des Landes mit einem Rückgang von 15,5 Prozent.

Differenziert betrachtet ist vor allem der deutliche Rückgang der Wohnungseinbrüche im Rhein-Neckar-Kreis mit einem Minus von 27,8 Prozent oder 159 Fällen und in Mannheim mit einer Reduzierung um 20,9 Prozent oder 82 Fällen für die Gesamtentwicklung verantwortlich. In Heidelberg stiegen hingegen die Fallzahlen um fünf Fälle auf nunmehr 116 Delikte im Jahr 2018 an.

Sehr erfreulich stellt sich die Aufklärungsquote in diesem Deliktsbereich dar. Während präsidiumsübergreifend zusammengefasst 27,7 Prozent (2017: 29,9 Prozent) aller Wohnungseinbrüche aufgeklärt wurden (landesweit: 20,7 Prozent), für Heidelberg 25,9 Prozent und dem Rhein-Neckar-Kreis 19,4 Prozent zu Buche schlagen, beträgt die Aufklärungsquote in Mannheim satte 39,4 Prozent.

Die hohe Aufklärungsquote ist u.a. ein Erfolg der Ermittlungsgruppe Eigentum und der zur Intensivierung der Bekämpfung des Wohnungseinbruchs gebildeten Besonderen Aufbauorganisation (BAO) „Wohnungseinbruch“. Dort werden die Wohnungseinbruchdiebstähle zentral bearbeitet sowie strategische, operative und präventive Maßnahmen gebündelt und koordiniert. Ein wichtiger Baustein ist dabei auch die Zentrale Kriminaltechnik.

„Jeder verliert Hautschuppen, und sind sie noch so winzig. Deshalb waren unsere Tatort-Spezialisten wieder nahezu bei jeder Aufnahme eines Wohnungseinbruchs eingebunden. Nicht zuletzt deshalb haben wir fast jeden dritten Wohnungseinbruch (27,7 %) aufgeklärt! Dazu kommt, dass wir alle zehn Tage einen Wohnungseinbrecher in Haft gebracht haben (insgesamt 39 Haftsachen). Dass über 40 Prozent aller Wohnungseinbrüche im Versuchsstadium stecken blieben, spricht darüber hinaus eindeutig dafür, dass sich ein gutes gesamtgesellschaftliches, präventives Netzwerk und auch Investitionen in Sicherungstechnik lohnen“, erklärt Kollmar.

Nahezu 900 sicherungstechnische Beratungen zum Schutz vor Wohnungseinbrüchen wurden von den Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen in Mannheim und Heidelberg kostenlos durchgeführt. Das Aufstellen der Info-Trucks des Landeskriminalamts Baden-Württemberg auf öffentlichen Plätzen, das Verteilen von Broschüren an Haushalte in Heidelberg zur Information über die „Schlossprämie“ und Präventionsstreifen sowie die Kampagne „Wachsame Nachbarschaft“ sind weitere Bausteine des Intensivkonzepts des Polizeipräsidiums Mannheim zur Bekämpfung des Wohnungseinbruchs.

„Wohnungseinbrüche beeinflussen das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung in besonderem Maße. Neben dem materiellen Schaden kommt häufig noch eine deutliche Beeinträchtigung des Sicherheitsgefühls hinzu, weshalb die Opfer durch das Eindringen der Täter in den Kernbereich ihrer Privatsphäre tief betroffen und verletzt zurückbleiben. Deshalb bleibt ein erklärtes Ziel des Polizeipräsidiums Mannheim, weiterhin die Einbruchzahlen zu reduzieren und die gute Aufklärungsquote zu verstetigen“, so Kollmar.

Betrug durch angebliche Polizeibeamte

Der „Betrug durch angebliche Polizeibeamte“, auch verbreitet als „Falsche Polizeibeamte“ bezeichnet, war bis vor wenigen Jahren eher eine Randerscheinung.

Bei diesem bundesweiten Phänomen der sogenannten „Anrufstraftaten“ halten die Täter das Opfer oftmals stundenlang am Telefon fest und üben massiven Druck aus. Die Täter agieren meist aus Callcentern von der Türkei aus, nehmen fast ausschließlich mit älteren, vorwiegend weiblichen Opfern, häufig auch mit gefälschten Telefonanschlussnummern („Spoofing“) Kontakt auf und geben sich als Polizeibeamte der örtlichen Polizeidienststelle aus. Des Weiteren wird den Angerufenen oft vorgetäuscht, dass es auf-grund eines geplanten Einbruchs erforderlich sei, Bargeld und Schmuck bis zur Fest-nahme der Täter vorübergehend durch die Polizei sicherstellen zu lassen. Im Vertrauen darauf, mit der „richtigen“ Polizei zu sprechen, werden im Anschluss Bargeld, Schmuck, Goldbarren und EC-Karten an Abholer übergeben. Nicht selten kommen auch „falsche Staatsanwälte“ oder „Notare“ zum telefonischen Einsatz, die den Vortrag des angeblichen Polizeibeamten untermauern.

Betrugsdelikte in Form der „Falschen Polizeibeamte“ stellen mit Abstand den häufigsten modus operandi der Anrufstraftaten dar.

Während die Anzahl der registrierten Fälle im Jahr 2015 präsidiumsweit noch bei 19 Fällen lag, stiegen die Fallzahlen von 87 im Jahr 2016 über 758 im Jahr 2017 auf nunmehr 1.454 Delikte an. Dies stellt einen Anstieg von 91,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr dar. Bemerkenswert hierbei ist jedoch, dass zwar die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr um 696 Taten angestiegen sind, es aber nur in zwei Fällen mehr zum Schadeneintritt kam. Grund hierfür dürfte die umfassende Präventions- und Informationskampagne der Polizei sein, bei welcher insbesondere ältere Menschen über die Vorgehensweise der Täter in diesem Deliktsbereich aufgeklärte werden. In der Einzelbetrachtung der Fallzahlen sticht sofort der Rhein-Neckar-Kreis ins Auge. Fast die Hälfte aller Fälle, nämlich 698 Taten ereignete sich dort, was einen Anstieg von 250,8 Prozent bedeutet. In Mannheim mit 355 Fällen sowie in Heidelberg mit 401 Fällen fallen die Anstiege mit 63,6 Prozent und 17,3 Prozent nicht so deutlich aus. In Baden-Württemberg stiegen die Fallzahlen um 271,8 Prozent.

„Gottlob bleiben 98,5 Prozent dieser Straftaten im Versuchsstadium hängen. Das zeigt, dass unsere älteren Mitmenschen meist noch fit und schlau sind. Darüber hinaus spielt auch unsere Präventionsarbeit, verbunden mit einer hervorragenden Medienberichterstattung eine entscheidende Rolle“, zeigt sich Kollmar erfreut.

Obwohl die Täter in nur 22 Fällen oder 1,5 Prozent aller Fälle erfolgreich waren, verur-sachten sie dennoch einen Schaden von knapp 760.000 Euro.

Die Aufklärungsquote in diesem schwierigen Ermittlungsfeld liegt aufgrund der hohen Anzahl der Fälle, welche im Versuchsstadium bleiben, bei 3,9 Prozent. Betrachtet man hingegen die Anzahl der Fälle, bei welchen es tatsächlich zum Schadenseintritt kam, liegt die Aufklärungsquote bei nahezu 64 Prozent oder 14 Fälle. So gelang es den Ermittlern des Betrugsdezernats der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg, in den zurückliegenden Monaten mehrere Fälle zu klären. Ein Mann, der eine Sinsheimerin um einen größeren Geldbetrag betrogen hatte, wurde im Dezember 2018 zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Der erste Angeklagte einer mehrköpfigen türkischen Gruppierung, die von Februar bis Juli 2018 in Weinheim und Heidelberg sowie auch außerhalb Baden-Württembergs eine Vielzahl von älteren Personen um ihr Erspartes gebracht haben, wurde am 18. März 2019 ebenfalls zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

„Besonders widerlich verhalten Täter sich, wenn sie das Alter ihrer Opfer ausnutzen und sich deren Erspartes für den Lebensabend unter den Nagel reißen! Einmal ist es der Enkeltrick, dann werden Gewinnversprechen gemacht, dann klingeln ein überteuerter Schlüsseldienst oder ein nicht bestellter Rohrreiniger und schlussendlich auch noch der angebliche Polizeibeamte. Ich bin wirklich froh, dass die Justiz hier hart durchgreift und im Einzelfall auch mehrjährige Haftstrafen verhängt hat“, fasst der Vizepräsident und Kripochef zusammen.

Tatverdächtige

Die Gesamtzahl der Tatverdächtigen stieg um 3,9 Prozent auf 32.115 Personen. Während bei den Kindern, den Jugendlichen und den Heranwachsenden Rückgänge festzustellen waren, stieg die Anzahl der tatverdächtigen Erwachsenen auf 25.410 an. Sie stellen somit rund 80 Prozent aller Tatverdächtigen.

Die gestiegene Anzahl der Tatverdächtigen im Verhältnis zur Abnahme der Gesamtstraftaten begründet u.a. die gestiegene Aufklärungsquote bei den Gesamtstraftaten.

Von 29.655 Tatverdächtigen (ohne ausländerrechtliche Verstöße) wurden 11.753 Nichtdeutsche ermittelt. Von diesen wiederum handelte es sich bei 3.287 Personen um Asylbewerber. Diese sind deutlich überrepräsentiert im Verhältnis zu ihrem Bevölkerungsanteil.

Resümee

Polizeipräsident Thomas Köber zieht ein positives Resümee, zeigt jedoch auch deutlich polizeiliche Handlungsfelder auf. So soll die Gesamtzahl der Straftaten auch zukünftig weiter sinken.

Bei den „Aggressionsdelikten im öffentlichen Raum“ erhofft er sich unter anderem durch die Inbetriebnahme der Videoüberwachung im innerstädtischen Bereich Mannheims, wie auch durch die seit Anfang des Jahres 2018 geschlossene Partnerschaft „Sicher in Heidelberg“ ebenfalls einen Rückgang der Fallzahlen sowie eine Verbesserung des Sicherheitsgefühls.

Ein konsequentes Vorgehen bei den Gewalttaten gegenüber Polizeibeamten, in Verbindung mit der im März 2019 flächendeckend eingeführten Bodycams, soll ferner zu einer Verringerung der Deliktszahl in diesem Bereich beitragen.

Einen weiteren Schwerpunkt des polizeilichen Wirkens sieht der Polizeivizepräsident und Leiter der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg, Siegfried Kollmar in der Bekämpfung von Wohnungseinbruchsdiebstählen. Hier werden die bereits erfolgreich greifenden Maßnahmen der in der BAO Wohnungseinbruch integrierten „Ermittlungsgruppe Eigentum“ und der Partnerschaft „Sicher in Heidelberg“ fortgeführt und weiterentwickelt. In diesem Deliktsbereich, aber auch bei dem Phänomen des „Betrugs durch an-gebliche Polizeibeamte“ misst Polizeivizepräsident Siegfried Kollmar der Präventionsarbeit des Polizeipräsidiums Mannheim eine große Bedeutung zu. „Wir müssen die Bürger immer wieder aufklären und sensibilisieren. Nur so können wir Straf-taten verhindern und Tatgelegenheiten jedweder Art minimieren!“, konstatiert er.

„Ich bin insgesamt sehr zufrieden. Wir sollten aber bestimmte Entwicklungen mit einem wachen Auge zur Kenntnis nehmen und nicht schön reden, sondern repressiv wie präventiv dagegenhalten. Dazu sind alle gesellschaftlichen Kräfte, nicht nur die Polizei aufgerufen, um weiterhin sagen zu können: In Mannheim, Heidelberg und im Rhein-Neckar-Kreis lässt es sich sicher leben!“, so das abschließende Fazit des scheidenden Polizeipräsidenten Thomas Köber bei seiner letzten Pressekonferenz zur Polizeilichen Kriminalstatistik.

Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Mannheim