Schwesig lehnt Söder-Vorstoß zu Föderalismus ab

Manuela Schwesig, über dts Nachrichtenagentur

Schwerin (dts Nachrichtenagentur) – Mecklenburgs-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat den Vorschlag von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) abgelehnt, in der Coronakrise Länder-Kompetenzen an den Bund zu übertragen. Sie teile die Einschätzung Söders nicht, dass der Föderalismus zunehmend an seine Grenzen stoße, sagte Schwesig der "Welt" (Dienstagsausgabe). "Im Gegenteil: Dass Deutschland bislang vergleichsweise gut durch die Krise gekommen ist, hat auch mit dem Föderalismus zu tun", sagte sie.

"Die Länder sind näher dran am Infektionsgeschehen, insbesondere mit den lokal organisierten Gesundheitsämtern." Auch Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch kritisierte Söders Vorstoß. "Warum muss Markus Söder jeden Tag einen neuen Vorschlag unterbreiten? In Bayern gibt es die mieseste Corona-Bilanz, die meisten Todesfälle, also genügend Aufgaben. Es geht um die Pandemie, nicht um die Kanzlerkandidatur", sagte er und sprach sich für eine Beteiligung des Parlaments aus. "Der Bundestag muss in der nächsten Woche über die Corona-Politik diskutieren, die Grundrichtung entscheiden und gegebenenfalls mit den Ländern ein gemeinsames Krisenmanagement vereinbaren."

Foto: Manuela Schwesig, über dts Nachrichtenagentur

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